# Abenteuer Jobstart nach Elternzeit

Niemand, und ich am wenigsten hätte am Anfang der Elternzeit gedacht, dass die Möglichkeit besteht, dass ich nicht einfach wie vorher gewohnt zur Arbeit gehe. Ich hätte nicht gedacht, dass es einem schwer gemacht wird und dass man als Mutter nicht immer so willkommen ist. Ich war naiv – ganz klar!
Man ist eben nicht mehr so flexibel, man setzt andere Prioritäten, das Kind und nicht der Job steht jetzt an erster Stelle, man bleibt nicht freiwillig länger um alles abzuarbeiten und man ist vermutlich auch öfter mal spontan krank.
Es kommt also nicht selten vor, dass man mehr oder weniger deutlich gesagt bekommt, dass man nicht mehr erwünscht ist.
Dazu kommt, dass die Vereinbarkeit von Kind und Karriere, von der gern so hochtrabend gesprochen wird, für mich ganz klar ein Mysterium oder gar eine Lüge ist!
Der Tag ist einfach zu kurz um ausreichend und fair fürs Kind da zu sein. Das heisst für mich, ich sehe meine Tochter ungefähr zwei Stunden am Tag nach der Arbeit. Wir beide leben einfach aneinander vorbei. Das macht man eventuell eine Zeit lang mit, weil man ja immer wieder hört, dass Andere es auch schaffen, dass beide Leben vereinbar sind und dass es geht, wenn man nur will. Und nach einiger Zeit kommt man unweigerlich an den Punkt wo das ganze Konstrukt bricht. Der eine früher und der andere später – ganz sicher!

Man hört es immer wieder: Im ersten Jahr im Kindergarten ist das Kind von April bis April dauerkrank. Na klasse! Schnupfen, Bindehautentzündung, Magen-Darm und wieder von vorn. Genau in diesen Momenten geht die große Diskussion los – bleibt Mami oder Papi Zuhause? Wer hat den wichtigeren Tag oder die kollegialsten Kollegen? Alles muss ganz schnell neu organisiert werden und niemand denkt dran wie es dem Kind dabei geht, wen das Kind jetzt dringend braucht und wie es sich fühlt, wenn so eine Hektik wegen ihm ausbricht.

Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich das nicht möchte und habe mir einen Mami-freundlichen-Job gesucht bei dem ich meine Zeiten reduzieren konnte. Das heißt allerdings wieder, dass Mami zurückstecken muss und verzichten. Dass man das gern macht ist selbstverständlich, aber somit wurde mir bestätigt, dass es eben nicht vereinbar ist.
So haben meine Tochter und ich dafür den ganzen Nachmittag zusammen. Ich sehe wie sie klettert, wie sie lernt und wie sie aufmerksam versteht wie das Leben funktioniert. Sie kann mir Dinge zeigen und ich ihr erklären wie alles zusammenhängt. Ich muss nicht den ganzen Tag im Büro sitzen und daran denken wie sie grade wohl auf der Schaukel von ihren Haaren im Gesicht gekitzelt wird oder wie sie etwas aufregendes im Park gefunden hat und feststellt, dass ich nicht da bin um es mir zu zeigen.
Für uns ganz persönlich ist es so die schönste Möglichkeit von einander zu lernen, miteinander und aneinander zu wachsen.
Es ist nicht in allen Familien umsetzbar, das ist mir auch klar, aber ich wünsche es Euch allen Euer Kind aufwachsen zu sehen. In den fröhlichen, spannenden, traurigen und auch nervenaufreibenden Momenten die das Ganze mit sich bringt.

 

 

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Autor:

Primär bin ich die Mami von Mara (06/2015) und dann auch noch, wenn etwas Zeit ist: Frau! Ich bin niemand der sich super modisch kleidet und ich kann mich nicht symmetrisch schminken. Ich fluche oft, verdammte scheiße, denn fluchen ist menschlich. Ich kann stundenlang über die Vor- und Nachteile von antiautoritärer Erziehung und Laissez-faire-Style sprechen. Ich weiß, dass ein „Sorbet“ ein Dessert ist und Trump ein labernder Eierkopf. Und manchmal, aber nur manchmal, bin ich ein bisschen traurig, weil es so unfair zugeht da draußen in der Welt. Ich schreibe über den alltäglichen Wahnsinn zwischen Kind, Kita, Job und anderer verrückter kunterbunter Dinge die uns vor die Füße fallen und auf dem Herzchen liegen.

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