# Abenteuer Rituale

Niemand lebt ohne Rituale am Morgen und Abend, gerade wenn er ein Kind hat.

Irgendwie gibt’s immer bestimmte Abläufe, die sich täglich wiederholen und einem ab und an bis regelmäßig zum Halse raushängen. Gerade dann, wenn man selbst noch keinen „Feierabend“ im Kopf hatte, hungrig ist oder eben mal nicht alles so reibungslos geht wie sonst, obwohl man im Zeitstress ist.

Vorrangig mit Kindern sagt man, dass diese stetigen Wiederholungen allerdings sehr wichtig sind um Geborgenheit und eine zeitliche Orientierung zu geben. Grade Abends läuft bei uns zuhause schon immer alles nach Schema F ab. Abendessen, Töpfchen, Zähne putzen, Buch angucken und ab ins Bett. Selbst die gleichen Kleinigkeiten wie ein Gute-Nacht-Kuss oder das obligatorische „Mami liebt Dich“ darf nicht fehlen. Dann wird etwas Händchen gehalten und im Idealfall beginnt dann schon mit etwas Glück mein Feierabend.

Ich persönlich habe das Gefühl, dass so meiner Tochter klar ist, dass es dann kein Tamtam mehr gibt, keine Chance nochmal aufzustehen um zu spielen und sie so schon automatisch einen Gang runter schaltet. Man hangelt sich Abend für Abend durch diese gleiche Abfolge von Tätigkeiten.
Etwas ermüdend ist das schon, aber man sieht, dass es fürs Kind tatsächlich schön ist zu wissen was jetzt kommt und dass Mara beispielsweise auch immer stolz wie Bolle ist, wenn sie sich schon selbst ein Buch nach dem Töpfchen aussucht und wir es eingemummelt ansehen. Mittlerweile kann ich so gut wie jedes Axel Scheffler Buch auswenig, aber finde sie immer noch ganz toll.

Es sollte allerdings nie, egal wie anstrengend auch der ganze Tag mit Job und Kind war, zu einer nervenden, schnöden Routine werden die man gedankenlos oder emotionslos abfertigt. Diese Abfolgen sollten allen Beteiligten Spaß bereiten, man sollte die Zeit miteinander genießen und sie schätzen finde ich.

Denn diese Zeit ist viel zu schnell vorbei. Mein Gott wie alt ich mich auf einmal anhöre.

Ich selbst stehe total auf jährliche Rituale. Ich mag es im Januar den Weihnachtsbaum raus zu schmeissen, Ostern bei der Familie auch mit 28 Jahren noch Eier zu suchen und selbst am Nikolaustag erwarte ich etwas in meinem Schuh zu finden. Umso mehr freue ich mich auch, das ganze meiner Tochter zu zeigen und mit Ihr dann wiederum ganz neue eigene Traditionen und Rituale einzuführen und zu beginnen.

Ich fände es zum Beispiel schön, abends an Ihrem Bett zu sitzen und zu fragen was sie sich wünschen würde, wenn es definitiv wahr werden würde. Ich hoffe, dass sie bitte bitte kein materialistischer Mensch wird, sondern mir in diesem Atemzug eventuell Sorgen, Schlechtes oder auch Gutes vom Tag erzählt. Das schafft eine tolle Vertrauensbasis denke ich.

Habe Ihr tolle Ideen / Rituale / Traditionen die man vielleicht noch einführen könnte in einiger Zeit?

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Autor:

Primär bin ich die Mami von Mara (06/2015) und dann auch noch, wenn etwas Zeit ist: Frau! Ich bin niemand der sich super modisch kleidet und ich kann mich nicht symmetrisch schminken. Ich fluche oft, verdammte scheiße, denn fluchen ist menschlich. Ich kann stundenlang über die Vor- und Nachteile von antiautoritärer Erziehung und Laissez-faire-Style sprechen. Ich weiß, dass ein „Sorbet“ ein Dessert ist und Trump ein labernder Eierkopf. Und manchmal, aber nur manchmal, bin ich ein bisschen traurig, weil es so unfair zugeht da draußen in der Welt. Ich schreibe über den alltäglichen Wahnsinn zwischen Kind, Kita, Job und anderer verrückter kunterbunter Dinge die uns vor die Füße fallen und auf dem Herzchen liegen.

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