# Abenteuer Kind – krank – Karriere

Niemand wird mit Absicht krank und somit lässt sicher auch niemand wirklich mit Absicht die Kollegen hängen. Leider hat eine Mami oder ein Papi durch das Kind eine doppelt so hohe Chance so ein Kollegenschwein zu werden.
Grade im ersten Jahr im Kindergarten ist dieses krank sein des Kindes ja ein gefühlter Dauerzustand. Man selbst hangelt sich auch nur von Tag zu Tag, plant nicht mehr im Voraus und hängt auch irgendwie in den Seilen weil man aus Solidität zum Kind ja auch gleich alles an Krankheiten mitnimmt.

Jetzt ist man nach der langen Elternzeit vor kurzem erst wieder in den Beruf eingestiegen oder hat einen neuen Job gefunden mit anfänglicher Probezeit. Wie unangenehm ist das denn jetzt krank zu werden?! Da hat man doch gleich seinen Stempel weg. „Die mit dem ständig kranken Kind!“ – na klasse. Ich weiß gar nicht wie oft ich meine Tochter schon mit leichtem Fieber aber guter Laune einfach heimlich in den Kindergarten geschickt habe. Ich dachte, erst mal zur Arbeit und hoffen, dass niemand anruft. Das klingt hart und alle Moralapostel da draußen dürfen gerne den ersten Stein werfen.

Ich weiß nicht, ob ich meiner Mutter die Schuld geben soll, weil sie es mir so vorgelebt hat, dass man wegen eines Schnupfens nicht zuhause bleibt, oder eher dem alten Arbeitgeber, welcher nur bei weniger als 10 Krankheitstagen ein 13. Gehalt gezahlt hat und somit ein enormer Druck aufgebaut wurde unbedingt zur Arbeit zu kommen. Bei Wind und Wetter, bei Husten und Schnupfen, ob man alle ansteckt oder nicht – man ist zur Arbeit gegangen. Wenn auch nicht grade moralisch einwandfrei, aber effektiv. Geld regiert die Welt – das zieht immer.

Naja, aber nun so als Mami, mit Verantwortung für jemand anderen muss man langsam mal anfangen umzudenken. Bewusster zu handeln, auch mal Pause zu machen bevor der Körper streikt und gar nichts mehr geht. Man muss die Zeichen eben mehr und besser deuten.
Würden alle Mamis die Möglichkeit haben ihre kranken Kinder zuhause zu lassen, auch mit einer simplen Erkältung, dann gäbe es diese ganzen „Kindergarten-Seuchen“ und Krankheitswellen dort gar nicht. Aber dieser Druck der Gesellschaft, der Arbeitgeber und die Existenzangst machen dies gar nicht möglich. Ich kann mich bisher auch noch nicht so richtig frei machen von diesem gesellschaftlichem Druck und frage mich, wie es den Erziehern im Kindergarten so geht zwischen dem ganzen Gehuste und Geschnoddere.

Ich nehme mir heute also ganz fest vor, bei dem nächsten Durchhänger von Mara tatsächlich mal auf Pause zu drücken. Auch wenn sie trotzdem gern in den Kindergarten geht, ist sie ja umso lieber auch bei Mami zuhause und dort wird man auch viel schneller und besser gesund gekuschelt.

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Autor:

Primär bin ich die Mami von Mara (06/2015) und dann auch noch, wenn etwas Zeit ist: Frau! Ich bin niemand der sich super modisch kleidet und ich kann mich nicht symmetrisch schminken. Ich fluche oft, verdammte scheiße, denn fluchen ist menschlich. Ich kann stundenlang über die Vor- und Nachteile von antiautoritärer Erziehung und Laissez-faire-Style sprechen. Ich weiß, dass ein „Sorbet“ ein Dessert ist und Trump ein labernder Eierkopf. Und manchmal, aber nur manchmal, bin ich ein bisschen traurig, weil es so unfair zugeht da draußen in der Welt. Ich schreibe über den alltäglichen Wahnsinn zwischen Kind, Kita, Job und anderer verrückter kunterbunter Dinge die uns vor die Füße fallen und auf dem Herzchen liegen.

2 Kommentare zu „# Abenteuer Kind – krank – Karriere

  1. Ich teile Deine Auffassung, dass es die schlimmen Krankheitswellen in Kitas nur gibt, weil so viele sich nicht trauen, zuhause zu bleiben. Gesamtwirtschaftlich gesehen ist das großer Unsinn.

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