# Abenteur Liebe

Niemand sollte mit Worten, welche die Liebe zu jemand anderen ausdrücken, sorglos und inflationär umgehen. Sagt man jemanden ständig und in jeder freien Minute wie sehr man denjenigen liebt, verliert dieses ganze magische Gefühl sehr schnell an Bedeutung.

Trotz dessen sage ich jeden Abend zum Schlafengehen am Bettchen zu meiner Tochter, dass ich sie liebe und dass ich da bin wenn etwas ist. Sie soll ein Gefühl von Geborgenheit bekommen um seelenruhig einschlafen zu können. Ist das zu viel?

Ist jeden Abend schon inflationär?

Ich glaube, wenn es um das Gefühl der Liebe geht, muss man definitiv auf seinen Bauch und sein Herz hören. Wenn man es gern sagen möchte, dann nur zu – immer raus damit. Es muss ja nicht in jeder freien Minute sein, aber man sollte in dem ganzen hektischen Alltag nicht vergessen auch mal zu stoppen, in sich zu gehen und sich dessen und denjenigen zu besinnen die man gerne hat. Dann darf man es auch laut aussprechen. Grade jetzt zur Weihnachtszeit denkt man doch viel über diese Gefühlsduselei nach. Wahrscheinlich ist es oft unangenehm oder komisch, sich so emotional nackig zu machen, jedoch bin ich der Meinung, dass Freunde und Verwandte sicher das Gleiche für einen empfinden. Nicht im romantischen Sinne, aber auf dieser „anderen“ Ebene, denn sonst würde man ja nicht so oft Zeit miteinander verbringen. Wieso darf man dann denn nicht mal sagen, dass man sich lieb hat. Ist ja schließlich so. Wir dürfen meiner Meinung nach in dieser anonymen und rastlosen Zeit gern etwas mehr Herzlichkeit an den Tag legen.

Ich selbst bin nicht so aufgewachsen. In meiner Familie war es nicht üblich sich zu sagen, dass man sich lieb hatte. Nicht an Weihnachten und nicht abends beim schlafen gehen. Man wusste und weiß es immer noch, aber es wurde nicht ausgesprochen. Sind wir schon so gefühlskalt? Ich habe das allerdings auch nicht vermisst. Ich habe mich immer geliebt und geborgen gefühlt – auch ohne diese Worte. Es gab kein „Ich liebe Dich“, „Ich hab Dich lieb“ oder “ Ich bin stolz auf Dich“. Wieso das so war, kann ich gar nicht sagen. Wahrscheinlich übernimmt man so was von den Eltern. Naja, man handhabt es eben so wie es einem selbst in der Kindheit vorgelebt wird.

Doch das kann definitiv nicht so weitergehen! Ich muss das unbedingt ganz anders aufziehen mit meiner eigenen kleinen Familie. Das klingt recht drastisch. Es soll ja auch nichts erzwungenes sein, aber es gehört schon dazu, dass meine Tochter lernt ihre Gefühle zuzulassen, einzuordnen und auch auszusprechen. Mara soll kein emotionaler Krüppel oder Eisblock werden. Genau deswegen finde ich, muss man als Elternteil erstmal in sich selbst hineinhorchen. Was möchte ich sagen? Wann möchte ich es sagen?

Und dann einfach munter drauf los. Feuer frei – habt Euch lieb.

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Autor:

Primär bin ich die Mami von Mara (06/2015) und dann auch noch, wenn etwas Zeit ist: Frau! Ich bin niemand der sich super modisch kleidet und ich kann mich nicht symmetrisch schminken. Ich fluche oft, verdammte scheiße, denn fluchen ist menschlich. Ich kann stundenlang über die Vor- und Nachteile von antiautoritärer Erziehung und Laissez-faire-Style sprechen. Ich weiß, dass ein „Sorbet“ ein Dessert ist und Trump ein labernder Eierkopf. Und manchmal, aber nur manchmal, bin ich ein bisschen traurig, weil es so unfair zugeht da draußen in der Welt. Ich schreibe über den alltäglichen Wahnsinn zwischen Kind, Kita, Job und anderer verrückter kunterbunter Dinge die uns vor die Füße fallen und auf dem Herzchen liegen.

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