# Abenteuer DIY

Niemand kommt auf lange Sicht mit Kind im Haushalt ums basteln, dekorieren oder backen herum. Ob man will oder nicht, muss man sich seinem Schicksal hingeben. Kinder stehen nun mal auf solche Sachen. Egal in welchem Alter. Wahrscheinlich liegt es eher an der gemeinsamen Zeit die man miteinander verbringt als an der Tätigkeit an sich. Es kommt für die Kleinen sicher noch als Bonus hinzu, dass alles klebt, kleckert, staubt, glitzert oder leuchtet. Wahrscheinlich könnte man auch zusammen mit ihnen ein Computerspiel spielen, hauptsache zusammen – aber das wäre ja dann so was von unpädagogisch und absolut nicht fördernd. Da wir ja alle brave Vorzeigeeltern sind, wird sich vorbildlich Pinterest heruntergeladen und wie verrückt drauf los gestöbert.

Alles was geht wird selbst gemacht. Von der Babyflausch-Häkeldecke über den Kindergeburtstagskuchen, den Drachen im Herbst, die Weihnachtsdeko am Fenster bis hin zur Brotdosen- und Vespergestaltung für den Kindergarten. Wir Eltern werden immer kreativer, erfinderischer und stehen immer mehr unter Konkurrenzdruck. Wer häkelt den süßeren Bären, wer schmiert die Glutenfreiste Schnitte oder faltet den tollsten Origami-Fensterstern.

Mir macht das langsam wirklich Spaß. Basteln! Whoohoo! Ich habe etwas das Gefühl, dass basteln für Erwachsene etwas verrufen ist. Ich dachte immer nur Kinder oder Großeltern basteln. Allerdings mache ich das auch ohne Kind gerne. Maras Fotoalbum gestalte ich gern kunterbunt, Washi-Tape, Mandala und Schnickschnack darf nicht fehlen. Da freut sie sich später sicher beim stöbern in ihrer Kindheit. Ich hoffe doch, dass sie das später zu schätzen weiß, dass es nicht nur ein Schuhkarton mit losen Bildern ist.

Dann häkle ich gern Amigurumi-Püppchen als Spieluhren und Geburtsgeschenke. Das hat einen total persönlichen Touch. Bisher hat sich jeder darüber gefreut. Und ich mich auch bei der Herstellung. Teilweise ist es echt mühsam und ermüdend, aber man motiviert sich durch die Freude des Beschenkten. Klingt n bisschen nach Omi, sieht auch echt so aus mit der Wolle und der Häkelnadel bewaffnet vor dem Fernseher, aber es kommt immer was schönes bei heraus.

Selbst vor selbstgemachten gebrannten Mandeln, Motivtorten oder Zucchinispaghetti mach ich nicht halt. Wie Ihr merkt, durchstöbere ich wirklich gern Pinterest und solche Seiten um Ideen zu finden. Hand hoch, wer noch? Kommt, lasst mich nicht allein mit so einem Outing stehen.

Wahrscheinlich wird man durch diese ganzen Hormone in der Schwangerschaft und Stillzeit so. Man will nur das Beste fürs Kind, alles bio und immer wissen was drin und dran ist – und bevor es dann zu teuer wird, macht man alles selbst. Naja und irgendwie bleibt man dann dabei und findet Gefallen daran. Oder?

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Autor:

Primär bin ich die Mami von Mara (06/2015) und dann auch noch, wenn etwas Zeit ist: Frau! Ich bin niemand der sich super modisch kleidet und ich kann mich nicht symmetrisch schminken. Ich fluche oft, verdammte scheiße, denn fluchen ist menschlich. Ich kann stundenlang über die Vor- und Nachteile von antiautoritärer Erziehung und Laissez-faire-Style sprechen. Ich weiß, dass ein „Sorbet“ ein Dessert ist und Trump ein labernder Eierkopf. Und manchmal, aber nur manchmal, bin ich ein bisschen traurig, weil es so unfair zugeht da draußen in der Welt. Ich schreibe über den alltäglichen Wahnsinn zwischen Kind, Kita, Job und anderer verrückter kunterbunter Dinge die uns vor die Füße fallen und auf dem Herzchen liegen.

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