# Abenteuer Kinderfreundschaften

Niemand weiß wie es mal kommen wird, aber wenn sich alle Mühe geben, dann wird das eine wunderbare Freundschaft fürs Leben.

Meine Tochter Mara hat eine beste Freundin, jedenfalls reden wir Eltern es ihr ein.
Die beiden Mädels sind im Abstand von zwei Tagen geboren und „kennen“ sich seit sie zehn Wochen alt sind. Sie waren zusammen bei Krabbelgruppen, beim Pekip und beim Kinderturnen. Sie haben zusammen mit der Beikost angefangen, haben zusammen den ersten Zahn bekommen und haben sich schon ganz früh ums Spielzeug gekloppt.
Wir Mütter treffen uns mit den Kindern fast wöchentlich und geben uns beide Mühe den Kontakt zu halten. Natürlich muss man sich auch sympathisch und nett finden. Ich finde, dass es schon fast wichtiger ist, dass die Eltern sich bei solchen Kinderfreundschaften verstehen. Denn es soll ja nicht in Quälerei ausarten. Denn seien wir mal ehrlich: Die ersten paar Jahre bekommen die Kleinen zwar vielleicht  grade so noch mit, dass da jemand anderes immer wieder kommt, aber so ein richtiges Zusammenhaltsgefühl kommt erst nach den ersten Jahren. Kann es auch passieren, dass die beiden sich gar nicht leiden können?

Ich selbst finde die Vorstellung so schön, dass meine Tochter später, wenn alles gut geht, sagen kann: “ Dich kenne ich schon mein ganzes Leben – Du bist meine beste Freundin!“ – Da könnt ich gleich losheulen bei der Vorstellung. Man hat dann so ein schwesterliches Gefühl zu dieser Person, wenn man sich nicht mehr erinnern kann, jemals ohne sie gewesen zu sein. Was ist es denn bitte für eine tolle Vorstellung, dass die beiden Mädels sich später Ihre Babyfotoalben zusammen anschauen und staunen, wie lange sie schon im Leben des anderen herumgeistern. Bei so langen Freundschaften schafft es auch kein kleiner oder größerer Streit sie zu entzweien. Man hat dann, das weiß ich aus eigener Erfahrung, das Gefühl von Familie – und die bleibt, egal wie stark der Sturm war.

Es ist sicher nicht immer leicht den Kontakt zu halten. Lebensumstände ändern sich, Eltern arbeiten in Schichten, Familien ziehen um,  oder bekommen ein zweites Kind, was das ganze Zeitmanagement natürlich total aus den gewohnten Bahnen wirft, aber ich bin der Meinung, dass niemand wirklich Zeit hat, sondern sich für ihm wichtige Dinge nehmen muss. Man findet immer irgendetwas was wichtiger wäre, schneller erledigt werden müsste oder unbedingt abgearbeitet werden sollte. Trotzdem schafft man es, wenn man will, in dieser schnelllebigen Zeit seine Lieben zu besuchen. Nicht den ganzen Tag und vielleicht auch nicht wöchentlich, aber man kann sich ein zwei Stunden definitiv immer freischaufeln. Wenn man will.

Und klar, bin ich auch nicht immer motiviert, klar möchte ich oft auch lieber allein im Schlabberlook zuhause abhängen, aber diese oben beschriebene Vorstellung, dass die beiden Mädels, sich hoffentlich Ihr ganzes Leben „behalten“, die spornt mich total an, auch bei regnerischem Wetter vor die Tür zu gehen. Man hat sich auch als Eltern in kürzester Zeit schon so lieb gewonnen, dass man sich das Ganze nicht mehr ohne einander vorstellen kann. Es macht einfach Spaß sich austauschen zu können, zu sehen wie es anders oder eben ganz genauso laufen kann. Man weiß immer, man ist nicht allein und man weiß, dass wir alle die selben Probleme und Sorgen haben.

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Autor:

Primär bin ich die Mami von Mara (06/2015) und dann auch noch, wenn etwas Zeit ist: Frau! Ich bin niemand der sich super modisch kleidet und ich kann mich nicht symmetrisch schminken. Ich fluche oft, verdammte scheiße, denn fluchen ist menschlich. Ich kann stundenlang über die Vor- und Nachteile von antiautoritärer Erziehung und Laissez-faire-Style sprechen. Ich weiß, dass ein „Sorbet“ ein Dessert ist und Trump ein labernder Eierkopf. Und manchmal, aber nur manchmal, bin ich ein bisschen traurig, weil es so unfair zugeht da draußen in der Welt. Ich schreibe über den alltäglichen Wahnsinn zwischen Kind, Kita, Job und anderer verrückter kunterbunter Dinge die uns vor die Füße fallen und auf dem Herzchen liegen.

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