# Abenteuer Kita-Streik

Niemand gibt sich gern still mit dem zufrieden was er hat. Jeder möchte immer größer und erfolgreicher werden oder höher und weiter hinaus. Das ist alles menschlich und völlig verständlich. Stillstand ist der Tod. Niemand möchte stagnieren. Schon allein der Anspruch ans eigene Ego drängt einen dazu, mehr zu wollen.

Manch Einer muss sich damit abfinden, dass es für Ihn einfach keine Fort- oder Weiterbildungen und Ähnliches gibt, der Nächste muss akzeptieren, dass in der Karrierelaufbahn einfach irgendwann Schluss ist und wieder Andere sind in der Gewerkschaft, dürfen und können streiken um weiter voran zu kommen. Zumindest finanziell. Das ist tariflich so geregelt und somit gibt es da auch nichts zu rütteln.

So weit so gut. Zum Teil versteh ich das sogar.

Wenn man sich allerdings vor Augen hält, wie viele penibel durchorganisierte Familienkonstrukte durcheinander kommen, wiederum auch die Dienstpläne der Arbeitgeber und somit auch die Freizeitplanung der Kollegen, welche für einen Elternteil übernehmen und in die Presche springen müssen, da wird einem schlecht. Aber nur so ist ein Tarif-Warn-Streik effektiv.

Druck aufbauen.

Es wurde mir für den äußersten Notfall, wenn ich also keine Kinderbetreuung finden sollte, ein Notdienst angeboten, quasi eine Sammelgruppe, die von zwei Erziehern betreut wird, welche ausnahmsweise nicht in der Gewerkschaft sind. Im Kindergarten meiner Tochter sind ca. neunzig Kinder – wie soll das denn laufen? Da geht so ein kleines Kind doch unter, zumal sie sicher eine Krise bekommt mit lauter fremden Gesichtern, die sicher leicht gestresst aussehen werden – für mich also leider keine Option.

Mir wird nur noch schlecht, wenn ich im Kindergarten höre: etwas ändert sich und ich soll bitte Verständnis haben soll – für etliche Fortbildungen, ständigen Warnstreik, immer diese Schließzeiten oder Brückentage. Seit einem halben Jahr gab es fast keine Woche in der nicht irgendetwas meine „Pläne“ durchkreuzt hat. Dazu kommt noch diese einfach nicht enden wollende Grippewelle.

Immer wieder muss man sich einen Babysitter organisieren, eine Omi muss ihren eigenen Dienstplan über den Haufen werfen oder man muss eben krank mit dem Kind zuhause bleiben…

Also in Puncto „schneller, höher, weiter“ ist bei mir nicht viel zu merken. Ist das alles? Ein normaler Job und ein Kind, das grade so mit Mühe und Not zu vereinbaren ist oder geht da noch mehr? Fragt sich das noch irgendwer außer mir?

Wie gern würde ich mal streiken für ein bisschen Mehr von Allem. Ja ja, ich weiß, dass sind die „world´s most problems“ die ich habe… Mann, Kind, Job, Familie und gesund… da kann man sich nicht beschweren – aber wieso dürfen sich die Erzieher beschweren, dass sie zu wenig Lohn bekommen. Wieso begnügt man sich nicht einfach mit dem was man hat und ist gesund und glücklich?

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Autor:

Primär bin ich die Mami von Mara (06/2015) und dann auch noch, wenn etwas Zeit ist: Frau! Ich bin niemand der sich super modisch kleidet und ich kann mich nicht symmetrisch schminken. Ich fluche oft, verdammte scheiße, denn fluchen ist menschlich. Ich kann stundenlang über die Vor- und Nachteile von antiautoritärer Erziehung und Laissez-faire-Style sprechen. Ich weiß, dass ein „Sorbet“ ein Dessert ist und Trump ein labernder Eierkopf. Und manchmal, aber nur manchmal, bin ich ein bisschen traurig, weil es so unfair zugeht da draußen in der Welt. Ich schreibe über den alltäglichen Wahnsinn zwischen Kind, Kita, Job und anderer verrückter kunterbunter Dinge die uns vor die Füße fallen und auf dem Herzchen liegen.

6 Kommentare zu „# Abenteuer Kita-Streik

  1. Weil das ein Burn out Job ist, in dem man nicht lange gesund und schon gar nicht glücklich bleiben kann!
    Deinen Ärger verstehe ich, aber du richtest ihn leider an die falsche Personengruppe.
    Die ErzieherInnen sind nicht verantwortlich für die schlechten Strukturen und Arbeitsbedingungen und gehen zu Recht auf die Straße! Geht doch einfach mit, denn bessere Arbeitsbedingungen kommen auch den Familien und ihren Kindern zu Gute!

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    1. Ich verstehe die Erzieher da voll und ganz und auch Ihren Wunsch auf Gleichberechtigung und Anerkennung. Das ist nur fair.
      Ich bin er sauer auf das ganze Hintenrum. Ich finde es nervig, dass mein penibel durchorganisiertes Konstrukt zusammenfällt und mir keine Notlösung angeboten wird.

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      1. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, aber das liegt nicht in der Verantwortung der ErzieherInnen. Das ist die Verantwortung des Trägers.
        Und wenn du schreibst:“Wir Menschen sind einfach gierig – pfui.“, kommt da für mich ganz viel rüber, aber nicht dein Verständnis. Für mich persönlich geht dein Post gar nicht und ich finde ihn mehr als unsympathisch, bei allem Verständnis für die durchaus schwierige Situation für Eltern.

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      2. Ja da gebe ich Dir recht. Das ist wohl etwas übertrieben.
        Ich werde es ändern.

        Es ist für mich auch völlig klar, dass da jeder seine eigene Meinung zu hat. Das ist für mich auch völlig in Ordnung. Ich hoffe auch, dass heute und morgen etwas erreicht wird und danach alle glücklicher unzufrieden miteinander auskommen.

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      3. Ich muss mich jedes mal zusammenreissen wenn ich solche Aussagen höre….MIt Kindern lässt sich nichts, aber auch gar nichts penibel durchorganisieren, bei allem Respekt. Aber das wirst Du auch noch lernen. Und um die Notlösung, da musst Du Dich selber kümmern statt Dich hier im Mimimi Modus im Selbstmitleid zu suhlen und die Erzieherinnen zu beschimpfen, mit Verlaub.

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