# Abenteuer Zähneputzen

Niemand steht wahrscheinlich total aufs Zähneputzen, aber was getan werden muss, muss eben getan werden.
Ja, das sollte mal jemand meiner Tochter sagen. Sie findet es nämlich grauenvoll.

Seit sie zwei oder drei Zähnchen bekommen hatte mit sieben Monaten, habe ich immer wieder regelmäßig ihre Zähne geputzt. Mal spielerisch, mal mit Zahnpasta und mal ohne und immer mal wieder hab ich sie auch allein auf der Zahnbürste herumkauen lassen um ein Gefühl dafür zu bekommen, dass dieses komische Bürstending nichts schlimmes ist und eben leider zum Alltag dazugehört.
Keine Ahnung ob das zu viel oder zu wenig war, ich die falsche Zahnbürste besorgt habe oder die Zahnpasta nicht schmeckt:

Mara findet Zähneputzen total ätzend. Mit Zahnputzbüchern und Songs und auch ohne – Zähne putzen macht Ihr keinen Spaß und mir dementsprechend bei ihr auch nicht.

Es gibt immer mal bessere Tage, an denen sie den Mund ganz brav aufmacht und ich bin sofort guter Dinge, dass sie es jetzt endlich verstanden hat oder eben einfach resigniert, denn ein NEIN in Puncto Zähneputzen gibt es eben nicht. Und schwuppdiwupp ist am nächsten Morgen wieder alles vergessen und wir fangen wieder bei Null an. Das einzig Gute daran, dass dann Terror und Gebrüll herrscht ist, dass sie dann den Mund beim weinen schön aufmacht und ich putzen kann. Rabenmutter – ja ja…

Ich schiebe wie alle Eltern so oft, das ganze Rumgezeter aufs Zähne bekommen, aufs angeschwollene schmerzende und spannende Zahnfleisch. Aber das bleibt ja nicht für immer so. Der Grund wieso es nicht immer nur daran liegen kann ist, dass der Papa immer putzen darf. In aller seelen Ruhe und schön bedacht. Hmm, was mache ich falsch? Sonst klammert sie immer und überall nur an mir. Wenn ich da bin, sind alle anderen Luft. Ist so ein Mutter-Tochter-Ding denk ich – aber Zähneputzen darf ich nicht.

Wir benutzen zum Putzen die Nenedent ohne Fluorid Zahncreme. Da streiten sich, wie ich gelesen habe auch die Gelehrten ob man lieber Zahnpasta mit oder ohne Fluorid benutzen sollte.
Die Entscheidung ist recht einfach. Gibt man seinem Kind Vitamin D – Tabletten mit Fluorid (bspw. D-Fluoretten), lässt man es in der Zahncreme weg, so wie bei uns. Das Vitamin D ist zur Rachitisprophylaxe gut und wird meist im ersten Lebensjahr vom Kinderarzt verschrieben und wie bei uns auch in den dunklen Wintermonaten des zweiten Lebensjahres. Bekommt das Kind die normalen Vitamin-D Tabletten oder das Öl, kann man ruhig eine Fluoridhaltige Zahncreme nutzen. Experten raten nur nicht beides zu verabreichen um eine Überdosierung zu vermeiden, wobei das erst ab einer enorm hohen Menge passieren kann, also keine Angst. Komplett auf das Fluorid zu verzichten, wird nicht empfohlen, da es ein wesentlicher Bestandteil der Vorbeugung gegen Karies ist.
Naja und wenn mein Kind nicht das einzige ist, dass so schlecht Zähne putzt, dann doch lieber auf Nummer sicher gehen.

Habt Ihr Tricks die Kleinen fürs Putzen zu begeistern?

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# Abenteuer DIY

Niemand kommt auf lange Sicht mit Kind im Haushalt ums basteln, dekorieren oder backen herum. Ob man will oder nicht, muss man sich seinem Schicksal hingeben. Kinder stehen nun mal auf solche Sachen. Egal in welchem Alter. Wahrscheinlich liegt es eher an der gemeinsamen Zeit die man miteinander verbringt als an der Tätigkeit an sich. Es kommt für die Kleinen sicher noch als Bonus hinzu, dass alles klebt, kleckert, staubt, glitzert oder leuchtet. Wahrscheinlich könnte man auch zusammen mit ihnen ein Computerspiel spielen, hauptsache zusammen – aber das wäre ja dann so was von unpädagogisch und absolut nicht fördernd. Da wir ja alle brave Vorzeigeeltern sind, wird sich vorbildlich Pinterest heruntergeladen und wie verrückt drauf los gestöbert.

Alles was geht wird selbst gemacht. Von der Babyflausch-Häkeldecke über den Kindergeburtstagskuchen, den Drachen im Herbst, die Weihnachtsdeko am Fenster bis hin zur Brotdosen- und Vespergestaltung für den Kindergarten. Wir Eltern werden immer kreativer, erfinderischer und stehen immer mehr unter Konkurrenzdruck. Wer häkelt den süßeren Bären, wer schmiert die Glutenfreiste Schnitte oder faltet den tollsten Origami-Fensterstern.

Mir macht das langsam wirklich Spaß. Basteln! Whoohoo! Ich habe etwas das Gefühl, dass basteln für Erwachsene etwas verrufen ist. Ich dachte immer nur Kinder oder Großeltern basteln. Allerdings mache ich das auch ohne Kind gerne. Maras Fotoalbum gestalte ich gern kunterbunt, Washi-Tape, Mandala und Schnickschnack darf nicht fehlen. Da freut sie sich später sicher beim stöbern in ihrer Kindheit. Ich hoffe doch, dass sie das später zu schätzen weiß, dass es nicht nur ein Schuhkarton mit losen Bildern ist.

Dann häkle ich gern Amigurumi-Püppchen als Spieluhren und Geburtsgeschenke. Das hat einen total persönlichen Touch. Bisher hat sich jeder darüber gefreut. Und ich mich auch bei der Herstellung. Teilweise ist es echt mühsam und ermüdend, aber man motiviert sich durch die Freude des Beschenkten. Klingt n bisschen nach Omi, sieht auch echt so aus mit der Wolle und der Häkelnadel bewaffnet vor dem Fernseher, aber es kommt immer was schönes bei heraus.

Selbst vor selbstgemachten gebrannten Mandeln, Motivtorten oder Zucchinispaghetti mach ich nicht halt. Wie Ihr merkt, durchstöbere ich wirklich gern Pinterest und solche Seiten um Ideen zu finden. Hand hoch, wer noch? Kommt, lasst mich nicht allein mit so einem Outing stehen.

Wahrscheinlich wird man durch diese ganzen Hormone in der Schwangerschaft und Stillzeit so. Man will nur das Beste fürs Kind, alles bio und immer wissen was drin und dran ist – und bevor es dann zu teuer wird, macht man alles selbst. Naja und irgendwie bleibt man dann dabei und findet Gefallen daran. Oder?

# Abenteuer Weihnachten

Niemand möchte auf die strahlenden Kinderaugen an Weihnachten und in der besinnlichen Zeit davor verzichten. Ich auch nicht. Leider ist Mara noch etwas zu klein mit Ihren 17 Monaten dafür wie ich finde.

Sie hat keine Ahnung was ein Weihnachtsmann ist. Sie weiß nicht, dass man mit einem Adventskalender die Tage sehnsüchtig herunter zählt bis es endlich die Bescherung gibt. Sie versteht auch nicht wieso da auf einmal Snacks und Schnickschnack in ihrem Stiefelchen sind. Die zerrt den mühevoll rein gestopften Quetschie raus und verschlingt ihn wie immer emotionslos und hastig.
Ich hoffe nächstes Jahr kapiert sie alles etwas besser und man kann mit ihr zusammen auf die Feiertage hin fiebern. Dann gibt es vielleicht auch einen Adventskalender. Aber dieses Jahr finde ich es absolut zu früh. Jeden Tag ein Geschenk, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, dann am Weihnachtsabend nochmal die ganze Ladung an Präsenten der Familie – nee!
Sie wird ja total überreizt, ist überfordert, wird nachher noch gierig und versteht nicht, dass das nicht normal ist.

Wie fühlt sich so ein kleines Kind, wenn es im Januar von Hundert wieder auf Null runterschrauben muss und dann erstmal Ebbe im Geschenkemeer herrscht?

Deswegen bin ich eher dafür ab und an mal was schönes kleines zu schenken und natürlich auch etwas mehr an den Feiertagen. Nächstes Jahr sieht die Welt dann schon ganz anders aus. Dann hat sie das ganze Prozedere im Kindergarten schon einmal kennengelernt, erinnert sich, erkennt Dekorationen und vielleicht Lieder wieder, die in dieser Zeit gesungen werden. Dann, mit ihren zweieinhalb Jahren werde ich auch zuhause anfangen zu schmücken, zu backen, zu basteln und zu schenken.

Rabenmutter höre ich da viele schreien – aber ich finde es momentan wirklich als Reizüberlastung. Wann habt ihr angefangen mit dem ganzen festlichen Tohuwabohu?

Es ist nun auch nicht so, dass es keinen Baum geben wird oder keinen leuchtenden Stern am Fenster. Das gibt es auch bei uns oder zumindest bei der Familie, aber eben nicht komplett alles was dazugehört. Wir nähern uns dem Weihnachtsfest in kleinen Schritten – ohne Adventskalender und Plätzchen backen. Ohne permanente Beschallung von den Klassikern aus dem feierlichen Radio.

Ich selbst erinnere mich jedenfalls, dass ich als Kind wahnsinnige Angst vor dem Weihnachtsmann hatte. Er wurde nie gesehen, er hat immer gepoltert, im Kindergarten waren es die Kindergärtnerinnen mit billiger Plastikmaske, man wurde gezwungen sich zu blamieren und musste etwas singen – ich fand das gruselig und demütigend. Das Ganze will man seinem einen Kind ersparen und deswegen lass ich es lieber herzlich aber langsam angehen und verschiebe die Hälfte auf den Zeitpunkt in dem sie es bewusst wahrnimmt und versteht.

# Abenteur Liebe

Niemand sollte mit Worten, welche die Liebe zu jemand anderen ausdrücken, sorglos und inflationär umgehen. Sagt man jemanden ständig und in jeder freien Minute wie sehr man denjenigen liebt, verliert dieses ganze magische Gefühl sehr schnell an Bedeutung.

Trotz dessen sage ich jeden Abend zum Schlafengehen am Bettchen zu meiner Tochter, dass ich sie liebe und dass ich da bin wenn etwas ist. Sie soll ein Gefühl von Geborgenheit bekommen um seelenruhig einschlafen zu können. Ist das zu viel?

Ist jeden Abend schon inflationär?

Ich glaube, wenn es um das Gefühl der Liebe geht, muss man definitiv auf seinen Bauch und sein Herz hören. Wenn man es gern sagen möchte, dann nur zu – immer raus damit. Es muss ja nicht in jeder freien Minute sein, aber man sollte in dem ganzen hektischen Alltag nicht vergessen auch mal zu stoppen, in sich zu gehen und sich dessen und denjenigen zu besinnen die man gerne hat. Dann darf man es auch laut aussprechen. Grade jetzt zur Weihnachtszeit denkt man doch viel über diese Gefühlsduselei nach. Wahrscheinlich ist es oft unangenehm oder komisch, sich so emotional nackig zu machen, jedoch bin ich der Meinung, dass Freunde und Verwandte sicher das Gleiche für einen empfinden. Nicht im romantischen Sinne, aber auf dieser „anderen“ Ebene, denn sonst würde man ja nicht so oft Zeit miteinander verbringen. Wieso darf man dann denn nicht mal sagen, dass man sich lieb hat. Ist ja schließlich so. Wir dürfen meiner Meinung nach in dieser anonymen und rastlosen Zeit gern etwas mehr Herzlichkeit an den Tag legen.

Ich selbst bin nicht so aufgewachsen. In meiner Familie war es nicht üblich sich zu sagen, dass man sich lieb hatte. Nicht an Weihnachten und nicht abends beim schlafen gehen. Man wusste und weiß es immer noch, aber es wurde nicht ausgesprochen. Sind wir schon so gefühlskalt? Ich habe das allerdings auch nicht vermisst. Ich habe mich immer geliebt und geborgen gefühlt – auch ohne diese Worte. Es gab kein „Ich liebe Dich“, „Ich hab Dich lieb“ oder “ Ich bin stolz auf Dich“. Wieso das so war, kann ich gar nicht sagen. Wahrscheinlich übernimmt man so was von den Eltern. Naja, man handhabt es eben so wie es einem selbst in der Kindheit vorgelebt wird.

Doch das kann definitiv nicht so weitergehen! Ich muss das unbedingt ganz anders aufziehen mit meiner eigenen kleinen Familie. Das klingt recht drastisch. Es soll ja auch nichts erzwungenes sein, aber es gehört schon dazu, dass meine Tochter lernt ihre Gefühle zuzulassen, einzuordnen und auch auszusprechen. Mara soll kein emotionaler Krüppel oder Eisblock werden. Genau deswegen finde ich, muss man als Elternteil erstmal in sich selbst hineinhorchen. Was möchte ich sagen? Wann möchte ich es sagen?

Und dann einfach munter drauf los. Feuer frei – habt Euch lieb.

# Abenteuer Kind – krank – Karriere

Niemand wird mit Absicht krank und somit lässt sicher auch niemand wirklich mit Absicht die Kollegen hängen. Leider hat eine Mami oder ein Papi durch das Kind eine doppelt so hohe Chance so ein Kollegenschwein zu werden.
Grade im ersten Jahr im Kindergarten ist dieses krank sein des Kindes ja ein gefühlter Dauerzustand. Man selbst hangelt sich auch nur von Tag zu Tag, plant nicht mehr im Voraus und hängt auch irgendwie in den Seilen weil man aus Solidität zum Kind ja auch gleich alles an Krankheiten mitnimmt.

Jetzt ist man nach der langen Elternzeit vor kurzem erst wieder in den Beruf eingestiegen oder hat einen neuen Job gefunden mit anfänglicher Probezeit. Wie unangenehm ist das denn jetzt krank zu werden?! Da hat man doch gleich seinen Stempel weg. „Die mit dem ständig kranken Kind!“ – na klasse. Ich weiß gar nicht wie oft ich meine Tochter schon mit leichtem Fieber aber guter Laune einfach heimlich in den Kindergarten geschickt habe. Ich dachte, erst mal zur Arbeit und hoffen, dass niemand anruft. Das klingt hart und alle Moralapostel da draußen dürfen gerne den ersten Stein werfen.

Ich weiß nicht, ob ich meiner Mutter die Schuld geben soll, weil sie es mir so vorgelebt hat, dass man wegen eines Schnupfens nicht zuhause bleibt, oder eher dem alten Arbeitgeber, welcher nur bei weniger als 10 Krankheitstagen ein 13. Gehalt gezahlt hat und somit ein enormer Druck aufgebaut wurde unbedingt zur Arbeit zu kommen. Bei Wind und Wetter, bei Husten und Schnupfen, ob man alle ansteckt oder nicht – man ist zur Arbeit gegangen. Wenn auch nicht grade moralisch einwandfrei, aber effektiv. Geld regiert die Welt – das zieht immer.

Naja, aber nun so als Mami, mit Verantwortung für jemand anderen muss man langsam mal anfangen umzudenken. Bewusster zu handeln, auch mal Pause zu machen bevor der Körper streikt und gar nichts mehr geht. Man muss die Zeichen eben mehr und besser deuten.
Würden alle Mamis die Möglichkeit haben ihre kranken Kinder zuhause zu lassen, auch mit einer simplen Erkältung, dann gäbe es diese ganzen „Kindergarten-Seuchen“ und Krankheitswellen dort gar nicht. Aber dieser Druck der Gesellschaft, der Arbeitgeber und die Existenzangst machen dies gar nicht möglich. Ich kann mich bisher auch noch nicht so richtig frei machen von diesem gesellschaftlichem Druck und frage mich, wie es den Erziehern im Kindergarten so geht zwischen dem ganzen Gehuste und Geschnoddere.

Ich nehme mir heute also ganz fest vor, bei dem nächsten Durchhänger von Mara tatsächlich mal auf Pause zu drücken. Auch wenn sie trotzdem gern in den Kindergarten geht, ist sie ja umso lieber auch bei Mami zuhause und dort wird man auch viel schneller und besser gesund gekuschelt.

# Abenteuer Erziehung

Niemand macht sicher alles richtig, wenn es um Erziehung geht. Jeder verstößt mal gegen Regeln, schlägt mal über die Stränge, vergreift sich im Ton oder macht den Fernseher fürs Kind an um mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken.

Ich weiß gar nicht wer angefangen hat diesen Druck für Mütter zu erschaffen, dass man immer top- gestylt, ausgeschlafen und super lustig singend mit dem Kind auf dem Spielteppiche sitzen muss und Bausteine farblich nach Montessori zu sortieren, statt auch einfach mal dem Kind einen kurzen Trickfilm anzumachen. Klar, würde ich meine Tochter nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher parken um meine Ruhe zu haben.

Wir machen schon wirklich viel miteinander.

Wir spielen oder sie hilft mir beim kochen oder backen indem sie auf der Arbeitsfläche der Küche sitzt und die ganze Zeit sagt, dass überall Eier und Milch rein müssen. Mehr Zutaten kennt sie mit Ihren 17 Monaten noch nicht. Das ist immer sehr süß, wie sie helfen und wirklich alles umrühren möchte. Ob das nun super pädagogisch und lehrreich für die Kleine ist, weiß ich nicht, aber wir singen dabei Lieder oder ich erkläre Ihr was ich mache und lass sie alles mal anfassen und ausprobieren. Zumindest verbringen wir Zeit miteinander und das ist doch mindestens genauso viel wert wie kleine Farbkarten und Wäscheklammern farblich aneinander zu bappen. Immerhin schaffe ich so nebenbei auch noch ein bisschen Haushalt.

Das hat mir nämlich auch noch niemand verraten: Wie ich in meine 24 Stunden am Tag alles unter bekomme. Haushalt, Kind, Job, Partnerschaft, Familie und Freundschaften.
Das heißt für mich nur, dass ich einige Aktivitäten und Pflichten kombinieren muss. Kind und Haushalt spielerisch verbinden geht ganz gut. Nicht immer, aber es ist bei uns tatsächlich oft machbar. Freundschaften und Kind geht auch noch zu kombinieren, zumindest bei Freundschaften die selbst Eltern sind und somit ein bisschen mehr Verständnis für kleine Nervensägen am Esstisch haben. Was sich allerdings absolut mit nichts anderem verbinden lässt, ist der Job. Das sind sechs bis acht Stunden am Tag, in denen alles andere liegenbleibt, auf mich wartet oder hinten ansteht.

Ich möchte auch auf keinen Fall jemand sein der nur meckert. Wenn man allerdings nach einem vollgepackten Tag  – voller Job-Blabla, Kita-Elterngespräche, Impftermine und Bockanfällen auf der Straße und Essensschlachten zum Abendbrot einfach der Akku leer ist, dann mache ich tatsächlich auch ab und an Findus und Petterson für Mara an oder lasse sie mit dem Tablet oder meinem Handy rumspielen. Schande über mich! Das wollte ich nie. Nie ! Nie! Nie! Ich habe mir früher immer vorgenommen, dass mein Handy / Tablet oder Laptop tabu für Kinderhände sind. Hat super geklappt.
Andererseits bin ich der Meinung, dass mein Kind dadurch keine Störung bekommt, Alpträume oder Epilepsie. Solange es nur ein paar Minuten am Tag sind in denen ich mich dafür ganz egoistisch nur mit meinem Partner über unsere Erlebnisse am Tag austauschen kann. Denn der steht seit der Geburt unserer Tochter ganz schön hinten an, aber das ist ein anderes Thema.

Wie handhabt Ihr das? Striktes TV oder Tabletverbot für Kinder?

# Abenteuer Urlaubswahl mit Kleinkind

Niemand hat sich wohl länger Zeit gelassen und getrödelt in Puncto-Ulaubsortwahl als wir. Wir haben so viel hin und her überlegt, so viel gelesen, geschaut, verglichen und wieder verworfen. So viel fast gebucht, drüber geschlafen und gecancelt. Wir sind soviel beklugscheissert und verbessert worden, mit Erfahrungen bombardiert und mit Reisewarnungen konfrontiert worden, dass wir am Ende einfach drauf gesch***en und Thailand gebucht haben. So!

Fast jeder aus dem näheren Umfeld guckt nur vorwurfsvoll, denkt sich seinen Teil, steuert ein “ Oh ehrlich? Wow mutig so mit Kleinkind“  hinzu und sagt nichts mehr. Wodurch leider auch die ehrliche Freude oder wenigstens das geheuchelte Interesse verloren geht. Keine Fragen zum „Wann?“, „Wohin genau?“, „Wie habt ihr euch das vorgestellt?“ oder „Wie lange fliegt Ihr?“ mehr kommen. Hmm…

Wieso machen sich immer alle Menschen Sorgen um ein Kleinkind in einem Flugzeug oder in einem fremden Land? Darf ich jetzt mit Kind nur noch für ein paar Tage zur Ostsee fahren um mich zu erholen? Darf man nicht in ein Land fahren dessen Kultur einen interessiert oder um dort schöne Erinnerungen zu sammeln? Überlebt das Kind es nicht, mal zwei Wochen einen verschobenen Rhythmus zu haben oder mal ausser der Reihe am Strand Mittag zu essen oder TV zu schauen im Flieger? Und was wird nur sein, wenn der Mittagschlaf ins Wasser fällt?

Ich selbst mache mir auch Gedanken um den Flug und wie alles kommen wird, allerdings hat es uns um ehrlich zu sein trotzdem nicht abgehalten diesen Thailand-Urlaub zu buchen. Die ganze Zeit des Zweifels war nur geprägt durch andere Leute, deren Meinung mir wichtig war. Ich wollte diesen Diskussionen aus dem Weg gehen und habe versucht es allen Recht zu machen.

Wir wollten schon viel teurere Urlaube buchen um einen gewissen Standard für Mara zu haben, wollten Aida fahren wegen des Ärzteteams an Bord und wir wollten auch „nur“ nach Gran Canaria fliegen um ihr diese lange Flugreise nicht anzutun.

Aber ganz ehrlich, andere Familien schaffen das doch auch. Wieso wir nicht? Organisation und gute Vorbereitung ist alles. Wenn man das gut plant, etwas voraus und um die Ecke denkt, wird es schon alles werden. Lieber zuviel als zuwenig einpacken ist immer eine gute Devise und den Rest werden wir schon schaukeln, ob 3 Stunden im Flieger oder 12 Stunden rumgebracht werden müssen – man kann das schaffen. Und Thailand liegt ja auch nicht hinter dem Mond. Man kann dort sicher auch einen Quetschie oder Ähnliches kaufen. Und wenn es Quetschies gibt, ist das Kind glücklich – um mehr geht es doch allen gar nicht. Ihr merkt schon, pädagogisch und bin ich ganz vorn dabei.

 

 

# Abenteuer Flugreise mit Kleinkind

Niemand hat wohl schneller eine Krise bekommen als ich, wenn es darum ging im Flugzeug in der Nähe eines weinenden Kindes zu sitzen. Ich fand es schon nervig, wenn ich nur wusste, dass es sein kann, dass es gleich weint. Es muss noch nicht mal was passiert sein. Man hat die Eltern verurteilt, wie man dem Kind nur solche Strapazen antun kann, wie man sich selbst und allen Mitreisenden das Alles zumuten kann.

Heute, selbst Mami, ist man da definitiv entspannter. Man hat viel mehr Verständnis, grade für die Eltern. Man versteht welcher Druck auch auf deren Schultern liegt, wenn das Geweine oder Gebocke losgeht. Man weiß, dass sie ihr Bestes geben und es ihnen wohl möglich selbst die meiste Panik macht beim buchen eines Fluges mit Kind.

Jetzt ist es soweit und wir haben nun endlich unseren ersten Flug mit Kind gebucht. Kaboom! Und ich habe tatsächlich etwas Angst, dass sie keine Lust hat lange zu sitzen oder sich ewig mit Kleinigkeiten zu beschäftigen. Ich habe ein bisschen Panik, dass ich diesmal die Mami sein werde die so böse angeguckt wird. Mara ist zur Zeit in einer Phase, in der die Stimmung in Null Komma Nichts von Himmelhoch jauchzend auf zu Tode betrübt umschlagen kann. Sie ist jetzt mit 17 Monaten irgendwie sehr launisch, trotzig und bekommt Zähne.

Prost Mahlzeit.

Im Idealfall ist das Ganze zum Urlaub im März schon wieder überstanden. Ich bin guter Dinge, dass es wie immer alles nur eine Phase ist. Ich bin mir sicher, dass wir es so oder so überstehen werden und auch alle anderen Mitreisenden. Der eine sicher besser als der andere. Aber komplett auf einen schönen Urlaub zu verzichten bin ich auch nicht bereit. Ich mag nicht jeden Sommer einfach nur zu Ostsee fahren um das Gefühl zu haben raus zu kommen. Ich mag nicht nur mit dem Auto in den Harz fahren oder Städtetrips zur Familie machen. Ich möchte einen tollen Urlaub, Sonne, Strand und (!) Kind. Wir sind nicht die ersten Eltern die mit fast 2jährigem Kind reisen und wir werden auch nicht die letzten sein.

Dieser Gedanke hält mich etwas über Wasser.

Kinder unter zwei Jahren bekommen keinen eigenen Sitzplatz im Flugzeug. Sie zahlen nichts und somit steht ihnen auch keiner zu. Wir werden auf jedenfalls versuchen einen eigenen Sitz für Mara dazu zu buchen. Schon allein aus egoistischen Gründen. Wir haben einen Langstreckenflug gebucht und 18 Stunden eine 11 Kilogramm schwere Zappelliese auf mir sitzen zu haben, halt ich nicht aus.
Wir haben zudem darauf geachtet in die Nacht hinein zu fliegen, dass hoffentlich der längste Teil des Fluges schlafend verbracht wird. Toi Toi Toi. Ich bin gespannt ob das so klappt. Soviel zur Theorie und den ersten Gedanken.

Wann seid Ihr das erste Mal mit Kind geflogen?

# Abenteuer Rituale

Niemand lebt ohne Rituale am Morgen und Abend, gerade wenn er ein Kind hat.

Irgendwie gibt’s immer bestimmte Abläufe, die sich täglich wiederholen und einem ab und an bis regelmäßig zum Halse raushängen. Gerade dann, wenn man selbst noch keinen „Feierabend“ im Kopf hatte, hungrig ist oder eben mal nicht alles so reibungslos geht wie sonst, obwohl man im Zeitstress ist.

Vorrangig mit Kindern sagt man, dass diese stetigen Wiederholungen allerdings sehr wichtig sind um Geborgenheit und eine zeitliche Orientierung zu geben. Grade Abends läuft bei uns zuhause schon immer alles nach Schema F ab. Abendessen, Töpfchen, Zähne putzen, Buch angucken und ab ins Bett. Selbst die gleichen Kleinigkeiten wie ein Gute-Nacht-Kuss oder das obligatorische „Mami liebt Dich“ darf nicht fehlen. Dann wird etwas Händchen gehalten und im Idealfall beginnt dann schon mit etwas Glück mein Feierabend.

Ich persönlich habe das Gefühl, dass so meiner Tochter klar ist, dass es dann kein Tamtam mehr gibt, keine Chance nochmal aufzustehen um zu spielen und sie so schon automatisch einen Gang runter schaltet. Man hangelt sich Abend für Abend durch diese gleiche Abfolge von Tätigkeiten.
Etwas ermüdend ist das schon, aber man sieht, dass es fürs Kind tatsächlich schön ist zu wissen was jetzt kommt und dass Mara beispielsweise auch immer stolz wie Bolle ist, wenn sie sich schon selbst ein Buch nach dem Töpfchen aussucht und wir es eingemummelt ansehen. Mittlerweile kann ich so gut wie jedes Axel Scheffler Buch auswenig, aber finde sie immer noch ganz toll.

Es sollte allerdings nie, egal wie anstrengend auch der ganze Tag mit Job und Kind war, zu einer nervenden, schnöden Routine werden die man gedankenlos oder emotionslos abfertigt. Diese Abfolgen sollten allen Beteiligten Spaß bereiten, man sollte die Zeit miteinander genießen und sie schätzen finde ich.

Denn diese Zeit ist viel zu schnell vorbei. Mein Gott wie alt ich mich auf einmal anhöre.

Ich selbst stehe total auf jährliche Rituale. Ich mag es im Januar den Weihnachtsbaum raus zu schmeissen, Ostern bei der Familie auch mit 28 Jahren noch Eier zu suchen und selbst am Nikolaustag erwarte ich etwas in meinem Schuh zu finden. Umso mehr freue ich mich auch, das ganze meiner Tochter zu zeigen und mit Ihr dann wiederum ganz neue eigene Traditionen und Rituale einzuführen und zu beginnen.

Ich fände es zum Beispiel schön, abends an Ihrem Bett zu sitzen und zu fragen was sie sich wünschen würde, wenn es definitiv wahr werden würde. Ich hoffe, dass sie bitte bitte kein materialistischer Mensch wird, sondern mir in diesem Atemzug eventuell Sorgen, Schlechtes oder auch Gutes vom Tag erzählt. Das schafft eine tolle Vertrauensbasis denke ich.

Habe Ihr tolle Ideen / Rituale / Traditionen die man vielleicht noch einführen könnte in einiger Zeit?

# Abenteuer Qualitytime

Niemand der gleichzeitig Job und Kind unter einen Hut bringen muss, kann sicher behaupten, dass die Zeit mit dem Kind völlig ausreichend ist.
Ich persönlich finde, trotz Teilzeitjob und drei freien Nachmittagen die Woche, dass ich viel viel zu wenig Zeit für meine Tochter habe.
Ich hole sie an drei Tagen die Woche nach dem Mittagsschlaf gleich aus der Kita ab und wir unternehmen tolle Sachen. Gehen schwimmen, zu Erlebnisspielplätzen oder auf Playdates mit ihren Freundinnen. Dann fällt sie allerdings auch schon immer nach dem Abendbrot todmüde ins Bett. Das ist auf der einen Seite schön, weil ich dann Zeit für mich und den Haushalt habe, aber auf der anderen Seite verkürzt es die gemeinsame Zeit auch enorm.

Vier bis fünf Stunden am Tag sind nicht viel, aber das sind Luxusprobleme, ich weiß.

Grade jetzt, kurz nach Beendigung der Elternzeit, muss man sich da erstmals ganz schön umstellen. Von 100 Prozent täglich auf 20 Prozent runter zu drosseln ist wirklich nicht leicht. Dazu kommen die anderen beiden Tage in der Woche, an denen ich lang arbeiten muss und der Papa und die Omi die Nachmittage nach dem Kindergarten abdecken. Es ist echt toll, denn Mara hat so eine super Abwechslung und ich glaube sie geniest es auch total mal auf andere Weisen zu spielen oder etwas anders ein Buch anzusehen. Denn ganz ehrlich, ich gucke auch immer die gleichen Bücher an und zeige Ihr auch immer den gleichen Käse darin. Deswegen ist es für sie ganz sicher der Knaller wenn Omi einmal die Woche kommt, aber ich sitze auf der Arbeit und denke die ganze Zeit, was ich jetzt alles mit ihr spielen könnte, was wir üben würden, was ich ihr zeigen könnte oder dass wir vielleicht etwas Neues entdeckt hätten auf dem Heimweg.

Ich bin definitiv keine Klette oder eine Helikoptermutter, aber ich verbringe gerne Zeit mit meiner Tochter. Grade jetzt mit knapp eineinhalb Jahren beginnt sie wirklich aufmerksam durch die Welt zu laufen. Sie möchte vieles erkunden und verstehen. Man sieht ihr richtig an wie staunend sie manchmal unterwegs ist und wie es dann in ihrem Kopf arbeitet um es zu verstehen. Sie steht Ewigkeiten einfach nur da und guckt wie die Blätter vom Baum heruntertrudeln und obwohl ich schon halb erfriere beim warten darauf, dass sie weiterlaufen will, könnte ich gleichzeitig anfangen sofort loszuheulen, weil ich so verliebt bin in dieses kleine echte Menschlein und so stolz darauf, dass sie schon so groß und von der Welt fasziniert ist. Sie sieht in so kleinen Sachen, an denen ich selbst täglich gedankenlos vorbei laufe so große Wunder. Das rührt mich tatsächlich. Diese Neugier und Unbekümmertheit steckt an.

Ich selbst kann nicht mehr mit mir allein durch die Welt laufen ohne bei einer vorbeifahrenden Bahn hektisch zu werden und innerlich quiekend „Daaa eine Bahn!“ zu brüllen, ohne beim Durchfahren eines Tunnels wegen der flackernden Lichter verblüfft zu sein oder ganz kleine Kastanien einzusammeln, weil diese so schön in Maras und meine Jackentaschen passen. Man wird durch Kinder zu einer ganz neuen Person gemacht, man lernt Dinge neu zu betrachten oder manche Wunder einfach zu glauben ohne sie zu hinterfragen.

Und genau in diesen Momenten, in denen ich allein die Bahn betrachte, die Lichter im Tunnel zähle oder meine Taschen mit Kastanien vollstopfe, vermisse ich die Kleine so sehr. Dann wünsche ich mir, dass ich jetzt nicht zur Arbeit muss und nun Zeit zum Abenteuer erleben ist. Ich weiß, dass ich mich sicher bald daran gewöhne, dass es leichter wird, man die Zeit die man hat, effektiver nutzt und auch dass ich über Probleme schreibe, welche eigentlich keine sind.