# Abenteuer Flugreise mit Kleinkind

Niemand hat wohl schneller eine Krise bekommen als ich, wenn es darum ging im Flugzeug in der Nähe eines weinenden Kindes zu sitzen. Ich fand es schon nervig, wenn ich nur wusste, dass es sein kann, dass es gleich weint. Es muss noch nicht mal was passiert sein. Man hat die Eltern verurteilt, wie man dem Kind nur solche Strapazen antun kann, wie man sich selbst und allen Mitreisenden das Alles zumuten kann.

Heute, selbst Mami, ist man da definitiv entspannter. Man hat viel mehr Verständnis, grade für die Eltern. Man versteht welcher Druck auch auf deren Schultern liegt, wenn das Geweine oder Gebocke losgeht. Man weiß, dass sie ihr Bestes geben und es ihnen wohl möglich selbst die meiste Panik macht beim buchen eines Fluges mit Kind.

Jetzt ist es soweit und wir haben nun endlich unseren ersten Flug mit Kind gebucht. Kaboom! Und ich habe tatsächlich etwas Angst, dass sie keine Lust hat lange zu sitzen oder sich ewig mit Kleinigkeiten zu beschäftigen. Ich habe ein bisschen Panik, dass ich diesmal die Mami sein werde die so böse angeguckt wird. Mara ist zur Zeit in einer Phase, in der die Stimmung in Null Komma Nichts von Himmelhoch jauchzend auf zu Tode betrübt umschlagen kann. Sie ist jetzt mit 17 Monaten irgendwie sehr launisch, trotzig und bekommt Zähne.

Prost Mahlzeit.

Im Idealfall ist das Ganze zum Urlaub im März schon wieder überstanden. Ich bin guter Dinge, dass es wie immer alles nur eine Phase ist. Ich bin mir sicher, dass wir es so oder so überstehen werden und auch alle anderen Mitreisenden. Der eine sicher besser als der andere. Aber komplett auf einen schönen Urlaub zu verzichten bin ich auch nicht bereit. Ich mag nicht jeden Sommer einfach nur zu Ostsee fahren um das Gefühl zu haben raus zu kommen. Ich mag nicht nur mit dem Auto in den Harz fahren oder Städtetrips zur Familie machen. Ich möchte einen tollen Urlaub, Sonne, Strand und (!) Kind. Wir sind nicht die ersten Eltern die mit fast 2jährigem Kind reisen und wir werden auch nicht die letzten sein.

Dieser Gedanke hält mich etwas über Wasser.

Kinder unter zwei Jahren bekommen keinen eigenen Sitzplatz im Flugzeug. Sie zahlen nichts und somit steht ihnen auch keiner zu. Wir werden auf jedenfalls versuchen einen eigenen Sitz für Mara dazu zu buchen. Schon allein aus egoistischen Gründen. Wir haben einen Langstreckenflug gebucht und 18 Stunden eine 11 Kilogramm schwere Zappelliese auf mir sitzen zu haben, halt ich nicht aus.
Wir haben zudem darauf geachtet in die Nacht hinein zu fliegen, dass hoffentlich der längste Teil des Fluges schlafend verbracht wird. Toi Toi Toi. Ich bin gespannt ob das so klappt. Soviel zur Theorie und den ersten Gedanken.

Wann seid Ihr das erste Mal mit Kind geflogen?

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# Abenteuer Organisation

Niemand hat gesagt, dass es leicht wird.

Ich finde es oft sogar recht kompliziert und schwer alles unter einen Hut zu bekommen. Die Arbeit in Schichten, die Kita-Öffnungszeiten bis 17 Uhr und die ganze Haushaltskiste. Es gab in den letzten zwei Monaten, in denen meine Tochter jetzt im Kindergarten ist, nicht eine Woche in der einfach alles nach Plan lief. Immer wieder durchkreuzte irgendetwas unsere Pläne.

Vom spontanen krankheitsbedingten Schichtwechsel im Job über Kita-Fortbildungstage, Elternversammlungen um 16 Uhr ohne Kind, Termine beim Kinderarzt wegen der Dauerkrankheit im ersten Kindergartenjahr bis hin zum Männerschnupfen hier zuhause und somit einer Doppelbelastung in Puncto Jammern.

Oft komme ich sogar jetzt schon an eine Grenze, die ich vorher gar nicht kannte. Ich will manchmal am liebsten alles hinwerfen und nur schreien. Ich hoffe man gewöhnt sich irgendwann daran, dass jede Woche irgendetwas unvorhergesehenes passiert und man sich nochmal umstellen muss.

Früher dachte ich immer, ich sei ein spontaner Mensch und könne auch kurzfristig auf neue Situationen reagieren. Leider merke ich jetzt, dass man dieser Mensch mit kleinem Kind zuhause nicht mehr ist. Alles muss von morgens bis abends durchgeplant sein, zumindest bei mir. Sonst finde ich einfach keine Ruhe und habe den ganzen Tag dieses Gefühl vom Gehetzt sein in mir. Ich bin oft genervt davon, dass man schon wieder jemanden aus dem Freundeskreis an einem Nachmittag um Hilfe bitten muss und ihm das Kind aufs Auge drücken muss, weil man einfach arbeiten muss und die Kita unverständlicherweise um 17 Uhr schließt.

Ich mag es nicht um Hilfe zu bitten, das mochte ich noch nie. Ich hab immer gerne alles alleine geregelt, so musste man niemanden dankbar sein und schuldete niemandem was.

Leider habe ich schnell gemerkt, dass es einfach nicht mehr geht, jedenfalls nicht, wenn man nicht durchdrehen möchte. Viele Menschen helfen gern, ohne etwas dafür zu verlangen und alle sind auch groß genug um NEIN zu sagen, wenn es nicht passt. Wenn mir Hilfe angeboten wird, nehme ich sie mittlerweile auch gern an. Das hat am Anfang allerdings Überwindung gekostet und auch Nerven, da es ja schließlich ums eigene Kind ging, welches man abgibt. Das schlechte Gewissen war oft sehr präsent.

Ich meine, man macht sich ja keinen Lenz in der Zeit und gibt das Kind nicht zu Freunden, weil man sich die Nägel machen lassen will, sondern muss tatsächlich arbeiten und das wiederum kommt ja allen zu Gute.

Ab und an sitz ich dann nachmittags mit meiner Tochter auf dem Spielteppich und bin eigentlich nur damit beschäftigt die kommende Woche im Kopf zu organisieren und alles zu planen, dass ich gar nicht aufmerksam mit ihr spielen kann, dass ich ihr gegenüber unfair werde und ihr nicht die Zeit und Aufmerksamkeit geben kann, die sie verdient und auch einfordert.

Das muss auf jeden Fall besser werden, ich muss meinen Kopf mehr ordnen oder auch einfach mal abschalten. Das fällt mir noch recht schwer, der Terminkalender im Kopf ist permanent an.

Wird es besser oder nur anders?

# Abenteuer Elternzeit

Niemand hätte wirklich gedacht, dass dieser Tag kommen wird. Mein letzter Tag in der Elternzeit ist angebrochen und schon fast ist er vorbei. Das macht mich unglaublich traurig. Nicht, weil ich arbeiten muss, darauf freue ich mich tatsächlich sogar. Neue Herausforderungen, neue Gesprächsthemen und neue Kollegen zum Kennenlernen. Das wird alles aufregend und spannend werden und der Tag wird sicher wahnsinnig schnell vergehen, wie das immer so ist, wenn etwas noch nicht zur Routine geworden ist.

Ich werde diese Zeit, diese Phase und alles an Ihr jedoch vermissen. Die vielen Momente die man intensiv mit dem Kind nutzen konnte und die man so genossen hat.
Die anfängliche Zeit in der man es gar nicht fassen konnte, dass dieses kleine Wesen ab jetzt wirklich bei einem wohnt und erstmal nicht mehr weggeht, dass man jetzt umdenken muss und aufhören egoistisch zu sein. Ich konnte es einfach nicht begreifen, dass meine Tochter ein echter Mensch ist und alles in Miniaturausführung an ihr dran und wirklich funktionsfähig ist. Nach und nach hat man sich aneinander gewöhnt und sich einen Rhythmus geschaffen. Man hat sich bei Kursen angemeldet, sich ständig bei der Familie breitgemacht oder sich Ausreden ausgedacht, wieso man den Abend nicht mit Freunden weggehen kann, einfach nur um das kleine Wunder die ganze Zeit zu beobachten.
Wir waren ständig unterwegs, waren viel spazieren, haben uns mit anderen Mamis getroffen um Erfahrungen oder Ängste auszutauschen oder haben einfach nur den ganzen Tag im Schlafanzug auf der Couch verbracht, um uns von einigen Nächten in denen Mara ganz viel Liebe brauchte auszuruhen.

Viele Menschen, tatsächlich meist ohne Kinder, geben mir das Gefühl, dass ich ein Jahr eine Knaller-Urlaubs-und-Relaxzeit hätte haben müssen. Das bisschen Baby. Nichts da. Es gab nicht einen Tag an dem ich ausgeschlafen habe, es gab so viele Morgen an denen ich weinend aufgestanden bin, weil ich einfach noch liegen bleiben wollte und unglaublich müde war. Es gab so viele Momente, in denen ich laut schreien wollte, weil mal wieder nichts geklappt hatte oder nichts planbar war, weil so ein Baby ab und an echt unberechenbar sein kann. Es flossen so viele Tränen, weil man sein altes, so leichtes und unkompliziertes Leben für einen Moment wiederhaben wollte. Aber es flossen auch unglaublich viele Tränen, weil man so glücklich war, dass man es geschafft hat, dass das Baby schläft, dass es sich drehen kann, krabbeln oder alleine mit einem Löffel essen. An diesen Stolz und dieses Emotionale als Mami habe ich mich noch nicht ganz gewöhnt. Ich habe sowieso das Gefühl, super weinerlich geworden zu sein. Erst dachte ich, es würde wieder vorbeigehen, wenn man dann irgendwann nicht mehr stillt und dieses ganze Hormon-Chaos sich gelegt hat. Aber nichts da. Bei mir zumindest blieb diese Emotionalität. Das ist auch nicht so wild. Ich bin ja allgemein ein ganz neuer Mensch geworden. Geduldiger, sanfter, gütiger und verständnisvoller.

Eben eine Mami.

Danke, du tolle Elternzeit. Es war mir ein Fest, dich kennenlernen zu dürfen. Du warst ein toller Freund und Wegbegleiter. Ich werde ganz oft an Dich denken und jedem freudig davon berichten, was Du für ne coole Socke bist.