# Abenteuer Freizeit

Niemand kann immer und überall funktionieren. Jeder sehnt sich nach Pausen, Auszeiten und Urlaub – grade für den Kopf.
Aber was, wenn diese Pause direkt, unverhofft und auf einmal unangekündigt da ist? Was, wenn man gar nicht darauf vorbereitet ist und vor lauter Kinderentertainment und Sich-Selbst-Vernachlässigen vergessen hat wie Spontanität und Ich-Selbst-Sein geht?

Das Kind wurde pünktlich im Kindergarten abgegeben, der Haushalt wurde geschmissen, der Wochenendeinkauf ist erledigt, selbst die verhasste bis oben vollgestopfte Pfandtüte wurde pflichtbewusst weggebracht, denn heut kommt die Schwiegermutter zum Kinderhüten, weil man selbst ja auch noch irgendwann arbeiten muss. So jedenfalls der Plan.

Dann der Anruf – „Du musst heute nicht arbeiten kommen – bummel doch die Überstunden ab und mach dir ein schönes langes Wochenende!“ – ähh ja klar…

Und nun? Wohin mit dieser vielen, plötzlichen Freizeit? Was wollte man schon sooo lange machen und war bisher mit Kind im Schlepptau nicht möglich. Hmm.
Schlafen? Nein, Zeitverschwendung. Shoppen? Nein lieber sparen, der nächste Urlaub soll groß werden. Maniküre? Nein, ist ja quatsch wenn man dann auf dem Spielplatz eh wieder alles ruiniet.

Ich habe verlernt etwas Tolles mit mir selbst zu machen! Ich habe verlernt mich zu belohnen und mir was zu gönnen. Als Mami wiegt man nur noch den Kosten-Nutzen ab und wird der totale Sparfuchs und im Endeffekt rieselt die Zeit so an einem vorbei und man sitzt immer noch auf der Couch und macht gar nichts.
Aber irgendwie mag ich das heute. Irgendwie reicht es mir völlig.

Das ist auch nicht immer so. Es gibt auch Tage an denen man einfach raus will, weg will und mal wieder die Welt aus den Angeln heben. Manchmal fragt man sich, wie es früher passieren konnte, dass man den ganzen Tag im Bett lag und einfach nur unproduktiv war. Wie konnte einen das ausfüllen?

Aber heute ist nicht so ein Tag. Heute mag ich es, mir bei diesem stürmischen Regenwetter den 4. Kaffee vor 12 Uhr Mittags zu machen. Ich mag es einfach nur eingekuschelt mein Buch zu lesen und froh zu sein, dass ich nicht raus muss zur Kita oder zum Spielplatz. Und ich mag es, dass meine Wünsche die ich immer habe, die Dinge die ich mir immer vornehme wenn ich mal Kinderlos bin, einfach bleiben wo sie sind und ich Ihnen ab morgen – mit Kind – wieder hinterher träumen kann.

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# Abenteuer Autonomiephase

Niemand wird wohl je so richtig und hundert prozentig in einen kleinen Kinderkopf hineinsehen können.
Ich habe leider auch nur selten eine Ahnung was im Kopf meiner Tochter so vor sich geht.
Sie wechselt in sekundenschnelle Ihre Meinung und auch Ihre Stimmung.

Mittlerweile höre ich so oft NEIN.

Nein hier. Nein da. Nein zum Quetschi. Nein zum Zähneputzen. Nein zum Baden und Nein zum Mittagessen.
Überall wird auf einmal dran rumgemeekelt und aussortiert, dabei war es vor einigen Monaten noch alles halb so wild.
Plötzlich macht so viel keinen Spaß mehr, schmeckt auf einmal nicht mehr oder macht ihr von heute auf morgen Angst.

Im ersten Moment ist sie total fröhlich und im nächsten Moment, wirklich von Null auf Hundert, gibt es ein Tamtam vom Feinsten.
Schreien, Weinen, Kratzen und Hauen – das komplette Programm. Und alles nur weil wir – wie immer – Zähne putzen müssen.
Es ist ja nicht so, dass sich etwas geändert hat. Gleiche Zahnbürste, gleiche Pasta, gleiche Abendroutine und Uhrzeit.

Alles wie immer, jetzt nur mit Drama.

Mit raus schicken und „ausbocken“ lassen, mit wieder Vertragen und auch mit Bestechung wird bei uns mittlerweile gearbeitet. Vor einigen Woche genügte es, wenn ich ein „neues “ Kinderlied zum Besten gebe, das ist allerdings Schnee von gestern. Dann habe ich eine Zeit lang allen Puppen und Kuscheltieren auch die Beißerchen geputzt. Doch zur Zeit lässt sie es nur zu, wenn ich eine Folge Peppa Wutz anschmeiße. Ja ja – böse Stimmen werden aufkommen, aber hey es funktioniert und die Zähne werden geputzt. Ich wiege da einfach Schaden und Nutzen ab und versuche es mit meinem Nervenkostüm zu vereinbaren.

Genauso ist es zur Zeit beim Essen. Plötzlich sind Erbsen, Mais und so kleines Gemüse out, welches damals pur und in Massen verschlungen wurde. Mittlerweile wird es selbst versteckt im Kartoffelpüree herausgefiltert und ausgespuckt oder drum herum gegessen.
Keine Chance. Da bin ich dann allerdings ganz entspannt und guter Dinge, dass alles nur eine Phase ist und somit alles einmal wieder kommt und solche „Macken“ wieder gehen.

Sagt mir bitte, dass das normal ist. Dass ich nur konsequent blieben muss und sich dann alles wie von selbst in Luft auflöst?!

Ich bin guter Dinge, dass es sich bei meiner Tochter nur um die sagenumwobene Autonomiephase handelt – kurz Trotzphase. Es werden Grenzen ausgetestet und dabei ist es scheinbar egal ob wir zuhause alleine, im vollen Supermarkt am Freitag Abend oder sonst wo sind – jederzeit und unverhofft kann die Stimmung umschlagen. Und es ist zudem in den meisten Situationen noch nicht einmal vorherzusehen. Wer denkt, man umgeht einfach die Süßigkeitenabteilung beim Einkaufen hat sich geschnitten. Unser letztes Drama im Einkaufswagen wurde durch einen von Mami verweigerten Babybel ausgelöst. Ja allerdings: ein Babybel.

Am liebsten würde ich auch direkt alle anderen Menschen laut ansprechen, die mit den Augen rollen oder extra in einen anderen Gang einlenken. Da versuche ich konsequent zu sein und werde trotzdem blöde angesehen. Würde ich nachgeben und der Kleinen den Käse geben ohne ihn gezahlt zu haben, kämen hundertprozentig auch diese abwertenden Blicke. Egal wie – es bleibt also an uns Eltern diese Situation zu wuppen. (…aber wenn sie sich einmal anlächeln … jaja klar!)

# Abenteuer Kita-Streik

Niemand gibt sich gern still mit dem zufrieden was er hat. Jeder möchte immer größer und erfolgreicher werden oder höher und weiter hinaus. Das ist alles menschlich und völlig verständlich. Stillstand ist der Tod. Niemand möchte stagnieren. Schon allein der Anspruch ans eigene Ego drängt einen dazu, mehr zu wollen.

Manch Einer muss sich damit abfinden, dass es für Ihn einfach keine Fort- oder Weiterbildungen und Ähnliches gibt, der Nächste muss akzeptieren, dass in der Karrierelaufbahn einfach irgendwann Schluss ist und wieder Andere sind in der Gewerkschaft, dürfen und können streiken um weiter voran zu kommen. Zumindest finanziell. Das ist tariflich so geregelt und somit gibt es da auch nichts zu rütteln.

So weit so gut. Zum Teil versteh ich das sogar.

Wenn man sich allerdings vor Augen hält, wie viele penibel durchorganisierte Familienkonstrukte durcheinander kommen, wiederum auch die Dienstpläne der Arbeitgeber und somit auch die Freizeitplanung der Kollegen, welche für einen Elternteil übernehmen und in die Presche springen müssen, da wird einem schlecht. Aber nur so ist ein Tarif-Warn-Streik effektiv.

Druck aufbauen.

Es wurde mir für den äußersten Notfall, wenn ich also keine Kinderbetreuung finden sollte, ein Notdienst angeboten, quasi eine Sammelgruppe, die von zwei Erziehern betreut wird, welche ausnahmsweise nicht in der Gewerkschaft sind. Im Kindergarten meiner Tochter sind ca. neunzig Kinder – wie soll das denn laufen? Da geht so ein kleines Kind doch unter, zumal sie sicher eine Krise bekommt mit lauter fremden Gesichtern, die sicher leicht gestresst aussehen werden – für mich also leider keine Option.

Mir wird nur noch schlecht, wenn ich im Kindergarten höre: etwas ändert sich und ich soll bitte Verständnis haben soll – für etliche Fortbildungen, ständigen Warnstreik, immer diese Schließzeiten oder Brückentage. Seit einem halben Jahr gab es fast keine Woche in der nicht irgendetwas meine „Pläne“ durchkreuzt hat. Dazu kommt noch diese einfach nicht enden wollende Grippewelle.

Immer wieder muss man sich einen Babysitter organisieren, eine Omi muss ihren eigenen Dienstplan über den Haufen werfen oder man muss eben krank mit dem Kind zuhause bleiben…

Also in Puncto „schneller, höher, weiter“ ist bei mir nicht viel zu merken. Ist das alles? Ein normaler Job und ein Kind, das grade so mit Mühe und Not zu vereinbaren ist oder geht da noch mehr? Fragt sich das noch irgendwer außer mir?

Wie gern würde ich mal streiken für ein bisschen Mehr von Allem. Ja ja, ich weiß, dass sind die „world´s most problems“ die ich habe… Mann, Kind, Job, Familie und gesund… da kann man sich nicht beschweren – aber wieso dürfen sich die Erzieher beschweren, dass sie zu wenig Lohn bekommen. Wieso begnügt man sich nicht einfach mit dem was man hat und ist gesund und glücklich?

# Abenteuer Mobbing im Kindergarten 

Niemand kann wohl so richtig etwas dafür, trotzdem macht es mich traurig.

Aber von vorn:

Vor einigen Tagen musste ich zu meiner ersten Elternversammlung. Das ist schon allein ein komisches Gefühl, so erwachsen muss man auf einmal sein und Verantwortung zeigen und zu allem Überfluss, musste ich auch noch Protokoll schreiben – finden wir nicht alle, dass es die undankbarste Aufgabe überhaupt ist? Augen zu und durch dachte ich. Was soll schon passieren? Alle Kinder sind erst ca. 1,5 Jahre alt, in diesem Alter wird im Kindergarten doch noch nichts Großes gemacht, die Kleinen gehen doch nur zum Überleben dorthin. Kein Morgenkreis, keine Ausflüge, kein Garten jetzt im Winter. Ich war skeptisch und gleichzeitig optimistisch nach 30 Minuten wieder zuhause zu sein.

Anfängliches Blabla und Lob wie toll die Kinder sind, noch nie so eine liebe Gruppe gehabt, blabla. Doch dann wurde mal Klartext gesprochen zwischen dem ganzen weichgespülten Kindergarten-Jargon. Ich habe auch immer das Gefühl, dass Kindergärtnerinnen so in Ihrer Kindersprache versunken sind, dass sie vergessen, wann Sie mit einem Erwachsenen reden – alles wird blumig und halb so wild dargestellt.
Es ging drum, dass die Kleinen schon ausgelotet haben, wer stärker und wer schwächer ist. Dass einige Kinder, natürlich ohne Namen zu nennen um den Eltern nicht zu nahe zu treten, hauen, schubsen und teilweise auch beißen. Und es sind nicht nur Rabauken-Jungs. Jetzt werden einige von euch sagen, dass das ganz normal ist, alle Kinder müssen da durch und sich lernen zu wehren. Klar! Wenn man aber hört, dass immer die gleichen beiden Kinder die eigene Tochter ärgern und diese sich nie wehrt, nie zurück haut oder etwas macht, dann wird man als Mutter schon traurig.

Ich saß auf der Versammlung also da, tat so als würde ich voll locker reagieren, als sei das etwas Normales, die Kinder müssen sich eben ausprobieren etc. – innerlich war mir aber ganz anders zumute. Die anderen Eltern lachten sogar, nicht über mich, aber aus Verzückung, wie niedlich das doch sei, die kleinen Frechdachse eben.

Ich mein, ich bin keine klammernde Mami, ich muss nicht immer eine schützende Hand über meine Tochter legen, ich lass sie auch viel alleine machen, ausprobieren, hochklettern und hinfallen um wieder aufzustehen, aber hauen? Muss man da denn locker reagieren, wenn die Kinder erst 1,5 Jahre alt sind?

Ich bete zuhause rauf und runter, dass man nicht haut und nicht kratzt und Mara hält sich tatsächlich mittlerweile gut daran. Sie weiß, ich gehe dann weggehe und schimpfe. Nun ist es also keine Überraschung für mich, wenn die Erzieher sagen, Mara würde gehauen und geärgert werden und macht einfach nichts, lässt es über sich ergehen, weint ab und an und fertig.

Pff, was mach ich da als Mami? Sage ich, sie solle zurück hauen, bringt es nichts, weil sie einfach nicht unterscheiden kann, wann es nun rechtens ist und wann nicht. Sie muss in einen Baby-Ninja-Kurs. Selbstverteidigung für Babies – ganz klar.
Ich habe ihr jetzt gesagt, sie soll dann ganz laut NEIN sagen soll und die Hand heben. Wir haben da auch so ein Buch angeschaut, wo es einem Jungen genauso ergeht. Naja und irgendwie muss ich ihr beibringen, dass Hilfe holen nicht petzen ist.

Letztens dann beim Kinderturnen (meine tatsächlich persönliche Hölle – viele schreiende, laute, rennende, Scheibe spielende Kinder in einer Turnhalle zusammengepfercht) wurde Maras Fuß versehentlich von einem kleinen Jungen unter eine Matte eingeklemmt, sie sagt „Nein“ und stößt ihn weg. Soweit so gut – woher soll sie auch wissen was ein Versehen ist? Ich bin stolz, weil ich merke, sie hat es verstanden. Mein Baby kann sich wehren.
Plötzlich guckt mich die Jungs-Mami an, fordernd mit Blicken des Todes, dass ich doch bitte handle und mich mal um meinen Satansbraten kümmere und ihr die Leviten lese. Na klasse, dachte ich. Ich sagte dann, dass man nicht haut, in der Hoffnung dass Mara denkt “ Ja Logo, weiß ich ja!“ aber sie hat ganz doll geweint, sich unverstanden gefühlt und wir sind nach Hause. 

Ihr merkt schon, das ist grade ein schwieriges Thema bei uns. Löblich auf der einen Seite, dass die Kleine weiß wie es läuft und traurig eigentlich, dass sie da alleine durch muss – irgendwie.

# Abenteuer Kinderfreundschaften

Niemand weiß wie es mal kommen wird, aber wenn sich alle Mühe geben, dann wird das eine wunderbare Freundschaft fürs Leben.

Meine Tochter Mara hat eine beste Freundin, jedenfalls reden wir Eltern es ihr ein.
Die beiden Mädels sind im Abstand von zwei Tagen geboren und „kennen“ sich seit sie zehn Wochen alt sind. Sie waren zusammen bei Krabbelgruppen, beim Pekip und beim Kinderturnen. Sie haben zusammen mit der Beikost angefangen, haben zusammen den ersten Zahn bekommen und haben sich schon ganz früh ums Spielzeug gekloppt.
Wir Mütter treffen uns mit den Kindern fast wöchentlich und geben uns beide Mühe den Kontakt zu halten. Natürlich muss man sich auch sympathisch und nett finden. Ich finde, dass es schon fast wichtiger ist, dass die Eltern sich bei solchen Kinderfreundschaften verstehen. Denn es soll ja nicht in Quälerei ausarten. Denn seien wir mal ehrlich: Die ersten paar Jahre bekommen die Kleinen zwar vielleicht  grade so noch mit, dass da jemand anderes immer wieder kommt, aber so ein richtiges Zusammenhaltsgefühl kommt erst nach den ersten Jahren. Kann es auch passieren, dass die beiden sich gar nicht leiden können?

Ich selbst finde die Vorstellung so schön, dass meine Tochter später, wenn alles gut geht, sagen kann: “ Dich kenne ich schon mein ganzes Leben – Du bist meine beste Freundin!“ – Da könnt ich gleich losheulen bei der Vorstellung. Man hat dann so ein schwesterliches Gefühl zu dieser Person, wenn man sich nicht mehr erinnern kann, jemals ohne sie gewesen zu sein. Was ist es denn bitte für eine tolle Vorstellung, dass die beiden Mädels sich später Ihre Babyfotoalben zusammen anschauen und staunen, wie lange sie schon im Leben des anderen herumgeistern. Bei so langen Freundschaften schafft es auch kein kleiner oder größerer Streit sie zu entzweien. Man hat dann, das weiß ich aus eigener Erfahrung, das Gefühl von Familie – und die bleibt, egal wie stark der Sturm war.

Es ist sicher nicht immer leicht den Kontakt zu halten. Lebensumstände ändern sich, Eltern arbeiten in Schichten, Familien ziehen um,  oder bekommen ein zweites Kind, was das ganze Zeitmanagement natürlich total aus den gewohnten Bahnen wirft, aber ich bin der Meinung, dass niemand wirklich Zeit hat, sondern sich für ihm wichtige Dinge nehmen muss. Man findet immer irgendetwas was wichtiger wäre, schneller erledigt werden müsste oder unbedingt abgearbeitet werden sollte. Trotzdem schafft man es, wenn man will, in dieser schnelllebigen Zeit seine Lieben zu besuchen. Nicht den ganzen Tag und vielleicht auch nicht wöchentlich, aber man kann sich ein zwei Stunden definitiv immer freischaufeln. Wenn man will.

Und klar, bin ich auch nicht immer motiviert, klar möchte ich oft auch lieber allein im Schlabberlook zuhause abhängen, aber diese oben beschriebene Vorstellung, dass die beiden Mädels, sich hoffentlich Ihr ganzes Leben „behalten“, die spornt mich total an, auch bei regnerischem Wetter vor die Tür zu gehen. Man hat sich auch als Eltern in kürzester Zeit schon so lieb gewonnen, dass man sich das Ganze nicht mehr ohne einander vorstellen kann. Es macht einfach Spaß sich austauschen zu können, zu sehen wie es anders oder eben ganz genauso laufen kann. Man weiß immer, man ist nicht allein und man weiß, dass wir alle die selben Probleme und Sorgen haben.

# Abenteuer Verwöhnen

Niemand mag diese verzogenen, nicht hörenden und immer nur fordernden Kinder. Die Kinder die laut im Supermarkt alles zusammen brüllen und kein NEIN akzeptieren. Die Kinder die selbst entscheiden, wann was gemacht wird und wann eben nicht. Und noch weniger mag man diese Art von Eltern die das Ganze durchgehen lassen. Sei es, weil sie die Konsequenzen und den Streit scheuen, weil einfach der Akku leer ist oder weil sie selbst emotional zu schwach sind um gegen das Kind anzukommen.

Oft hört man dann, das Kind sei verwöhnt. Da frage ich mich: Kann man ein Kind schon verwöhnt haben, bevor es überhaupt zwei Jahre alt ist? Kann da schon alles schief gegangen sein und alle guten Vorsätze die man in der Schwangerschaft macht, sind nichts mehr wert?

Immer wieder wird man schief angeschaut und bewertet, wenn man sagt, dass das Kind mit im Elternbett schläft, dass es ab und zu TV schauen darf, dass es auch mal was ungesundes zu essen bekommt, dass man das Kleine trägt obwohl es laufen kann, dass es auf dem Arm schläft obwohl man mit dem Auto fahren müsste oder dass man zum Abendbrot Müsli macht, weil die Schnitte einfach nicht das Richtige ist. 
Das alles seien Anzeichen dafür, dass man es verwöhnt. Dass man nicht nein sagen kann und das Kind den Takt angibt. Grade beim ersten Kind, sei man zu lapidar und lässt sich auf der Nase rumtanzen. Wie oft quaken einem grade Großeltern rein?! Früher war das anders, da hat man härter durchgegriffen.

Aber muss man das immer? Kann man einem Kind zu viel Liebe geben, zu viel auf seine Bedürfnisse eingehen und zu viel Geborgenheit bieten?

Ich finde nicht! Meine Tochter Mara weiß genau, dass ein Nein auch Nein bedeutet. Klar, wird versucht sich noch kurz durchzusetzen, aber wenn man dabei bleibt, gibt sie sich schnell geschlagen. Es gibt meiner Meinung nach Momente in denen man konsequent sein muss, grade wenn es auch um Sicherheit geht. Aber man muss nicht auf Ach und Krach seine Meinung durchsetzen. Wichtig ist es nur, dass man dabei bleibt. Sagt man einmal NEIN, dann bitte nicht einknicken, sonst wird man irgendwann nicht mehr ernst genommen und die Kleinen merken schneller als man denkt, wann man Mami „manipulieren“ kann. Auch wenn der Akku durch Job und Haushalt einfach manchmal leer ist und man nur noch alles hinwerfen will – bleibt stark! Man ist immer stärker als man denkt. Grade als Mami bringt man oft unbekannte Kraftreserven auf.

Trotzdem bleibe ich dabei, dass man mit ganz viel Liebe und ganz viel Kuscheln und Geborgenheit nichts falschen machen kann. Das kann nicht zu viel sein. Es kann nicht sein, dass Kinder aggressiv werden oder gewalttätig, nur weil sie im Elternbett geschlafen haben oder ihr Essen nicht aufgegessen haben. Sie werden wohl eher so, wenn sie merken, dass Eltern manipulierbar sind oder dass sie selbst das Sagen und die Kontrolle in jeglichen Lebenslagen haben und alles nach Ihrer Nase tanzt.

Das heißt für mich und meinen Alltag mit Kind, dass ich und wir konsequent sind, auch in den richtigen Momenten und grade in den Gefährlichen NEIN sagen, dass wir versuchen, soweit wie möglich standhaft zu sein, aber dass es einfach kein großes Drama ist wenn mal was nicht nach Plan läuft, sich zeitlich verschiebt, wenn man auch mal was zulässt oder wenn auch das Kind mal aussuchen darf, was jetzt gemacht wird – solange man für das Kind da ist, sich bemüht. Man kann meiner Meinung nach mehr verkehrt machen, wenn man das Kind immer nur in seine Schranken weißt, schimpft und es von sich wegstößt, wenn es Nähe braucht.

# Abenteuer Weihnachten

Niemand möchte auf die strahlenden Kinderaugen an Weihnachten und in der besinnlichen Zeit davor verzichten. Ich auch nicht. Leider ist Mara noch etwas zu klein mit Ihren 17 Monaten dafür wie ich finde.

Sie hat keine Ahnung was ein Weihnachtsmann ist. Sie weiß nicht, dass man mit einem Adventskalender die Tage sehnsüchtig herunter zählt bis es endlich die Bescherung gibt. Sie versteht auch nicht wieso da auf einmal Snacks und Schnickschnack in ihrem Stiefelchen sind. Die zerrt den mühevoll rein gestopften Quetschie raus und verschlingt ihn wie immer emotionslos und hastig.
Ich hoffe nächstes Jahr kapiert sie alles etwas besser und man kann mit ihr zusammen auf die Feiertage hin fiebern. Dann gibt es vielleicht auch einen Adventskalender. Aber dieses Jahr finde ich es absolut zu früh. Jeden Tag ein Geschenk, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, dann am Weihnachtsabend nochmal die ganze Ladung an Präsenten der Familie – nee!
Sie wird ja total überreizt, ist überfordert, wird nachher noch gierig und versteht nicht, dass das nicht normal ist.

Wie fühlt sich so ein kleines Kind, wenn es im Januar von Hundert wieder auf Null runterschrauben muss und dann erstmal Ebbe im Geschenkemeer herrscht?

Deswegen bin ich eher dafür ab und an mal was schönes kleines zu schenken und natürlich auch etwas mehr an den Feiertagen. Nächstes Jahr sieht die Welt dann schon ganz anders aus. Dann hat sie das ganze Prozedere im Kindergarten schon einmal kennengelernt, erinnert sich, erkennt Dekorationen und vielleicht Lieder wieder, die in dieser Zeit gesungen werden. Dann, mit ihren zweieinhalb Jahren werde ich auch zuhause anfangen zu schmücken, zu backen, zu basteln und zu schenken.

Rabenmutter höre ich da viele schreien – aber ich finde es momentan wirklich als Reizüberlastung. Wann habt ihr angefangen mit dem ganzen festlichen Tohuwabohu?

Es ist nun auch nicht so, dass es keinen Baum geben wird oder keinen leuchtenden Stern am Fenster. Das gibt es auch bei uns oder zumindest bei der Familie, aber eben nicht komplett alles was dazugehört. Wir nähern uns dem Weihnachtsfest in kleinen Schritten – ohne Adventskalender und Plätzchen backen. Ohne permanente Beschallung von den Klassikern aus dem feierlichen Radio.

Ich selbst erinnere mich jedenfalls, dass ich als Kind wahnsinnige Angst vor dem Weihnachtsmann hatte. Er wurde nie gesehen, er hat immer gepoltert, im Kindergarten waren es die Kindergärtnerinnen mit billiger Plastikmaske, man wurde gezwungen sich zu blamieren und musste etwas singen – ich fand das gruselig und demütigend. Das Ganze will man seinem einen Kind ersparen und deswegen lass ich es lieber herzlich aber langsam angehen und verschiebe die Hälfte auf den Zeitpunkt in dem sie es bewusst wahrnimmt und versteht.

# Abenteur Liebe

Niemand sollte mit Worten, welche die Liebe zu jemand anderen ausdrücken, sorglos und inflationär umgehen. Sagt man jemanden ständig und in jeder freien Minute wie sehr man denjenigen liebt, verliert dieses ganze magische Gefühl sehr schnell an Bedeutung.

Trotz dessen sage ich jeden Abend zum Schlafengehen am Bettchen zu meiner Tochter, dass ich sie liebe und dass ich da bin wenn etwas ist. Sie soll ein Gefühl von Geborgenheit bekommen um seelenruhig einschlafen zu können. Ist das zu viel?

Ist jeden Abend schon inflationär?

Ich glaube, wenn es um das Gefühl der Liebe geht, muss man definitiv auf seinen Bauch und sein Herz hören. Wenn man es gern sagen möchte, dann nur zu – immer raus damit. Es muss ja nicht in jeder freien Minute sein, aber man sollte in dem ganzen hektischen Alltag nicht vergessen auch mal zu stoppen, in sich zu gehen und sich dessen und denjenigen zu besinnen die man gerne hat. Dann darf man es auch laut aussprechen. Grade jetzt zur Weihnachtszeit denkt man doch viel über diese Gefühlsduselei nach. Wahrscheinlich ist es oft unangenehm oder komisch, sich so emotional nackig zu machen, jedoch bin ich der Meinung, dass Freunde und Verwandte sicher das Gleiche für einen empfinden. Nicht im romantischen Sinne, aber auf dieser „anderen“ Ebene, denn sonst würde man ja nicht so oft Zeit miteinander verbringen. Wieso darf man dann denn nicht mal sagen, dass man sich lieb hat. Ist ja schließlich so. Wir dürfen meiner Meinung nach in dieser anonymen und rastlosen Zeit gern etwas mehr Herzlichkeit an den Tag legen.

Ich selbst bin nicht so aufgewachsen. In meiner Familie war es nicht üblich sich zu sagen, dass man sich lieb hatte. Nicht an Weihnachten und nicht abends beim schlafen gehen. Man wusste und weiß es immer noch, aber es wurde nicht ausgesprochen. Sind wir schon so gefühlskalt? Ich habe das allerdings auch nicht vermisst. Ich habe mich immer geliebt und geborgen gefühlt – auch ohne diese Worte. Es gab kein „Ich liebe Dich“, „Ich hab Dich lieb“ oder “ Ich bin stolz auf Dich“. Wieso das so war, kann ich gar nicht sagen. Wahrscheinlich übernimmt man so was von den Eltern. Naja, man handhabt es eben so wie es einem selbst in der Kindheit vorgelebt wird.

Doch das kann definitiv nicht so weitergehen! Ich muss das unbedingt ganz anders aufziehen mit meiner eigenen kleinen Familie. Das klingt recht drastisch. Es soll ja auch nichts erzwungenes sein, aber es gehört schon dazu, dass meine Tochter lernt ihre Gefühle zuzulassen, einzuordnen und auch auszusprechen. Mara soll kein emotionaler Krüppel oder Eisblock werden. Genau deswegen finde ich, muss man als Elternteil erstmal in sich selbst hineinhorchen. Was möchte ich sagen? Wann möchte ich es sagen?

Und dann einfach munter drauf los. Feuer frei – habt Euch lieb.

# Abenteuer Erziehung

Niemand macht sicher alles richtig, wenn es um Erziehung geht. Jeder verstößt mal gegen Regeln, schlägt mal über die Stränge, vergreift sich im Ton oder macht den Fernseher fürs Kind an um mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken.

Ich weiß gar nicht wer angefangen hat diesen Druck für Mütter zu erschaffen, dass man immer top- gestylt, ausgeschlafen und super lustig singend mit dem Kind auf dem Spielteppiche sitzen muss und Bausteine farblich nach Montessori zu sortieren, statt auch einfach mal dem Kind einen kurzen Trickfilm anzumachen. Klar, würde ich meine Tochter nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher parken um meine Ruhe zu haben.

Wir machen schon wirklich viel miteinander.

Wir spielen oder sie hilft mir beim kochen oder backen indem sie auf der Arbeitsfläche der Küche sitzt und die ganze Zeit sagt, dass überall Eier und Milch rein müssen. Mehr Zutaten kennt sie mit Ihren 17 Monaten noch nicht. Das ist immer sehr süß, wie sie helfen und wirklich alles umrühren möchte. Ob das nun super pädagogisch und lehrreich für die Kleine ist, weiß ich nicht, aber wir singen dabei Lieder oder ich erkläre Ihr was ich mache und lass sie alles mal anfassen und ausprobieren. Zumindest verbringen wir Zeit miteinander und das ist doch mindestens genauso viel wert wie kleine Farbkarten und Wäscheklammern farblich aneinander zu bappen. Immerhin schaffe ich so nebenbei auch noch ein bisschen Haushalt.

Das hat mir nämlich auch noch niemand verraten: Wie ich in meine 24 Stunden am Tag alles unter bekomme. Haushalt, Kind, Job, Partnerschaft, Familie und Freundschaften.
Das heißt für mich nur, dass ich einige Aktivitäten und Pflichten kombinieren muss. Kind und Haushalt spielerisch verbinden geht ganz gut. Nicht immer, aber es ist bei uns tatsächlich oft machbar. Freundschaften und Kind geht auch noch zu kombinieren, zumindest bei Freundschaften die selbst Eltern sind und somit ein bisschen mehr Verständnis für kleine Nervensägen am Esstisch haben. Was sich allerdings absolut mit nichts anderem verbinden lässt, ist der Job. Das sind sechs bis acht Stunden am Tag, in denen alles andere liegenbleibt, auf mich wartet oder hinten ansteht.

Ich möchte auch auf keinen Fall jemand sein der nur meckert. Wenn man allerdings nach einem vollgepackten Tag  – voller Job-Blabla, Kita-Elterngespräche, Impftermine und Bockanfällen auf der Straße und Essensschlachten zum Abendbrot einfach der Akku leer ist, dann mache ich tatsächlich auch ab und an Findus und Petterson für Mara an oder lasse sie mit dem Tablet oder meinem Handy rumspielen. Schande über mich! Das wollte ich nie. Nie ! Nie! Nie! Ich habe mir früher immer vorgenommen, dass mein Handy / Tablet oder Laptop tabu für Kinderhände sind. Hat super geklappt.
Andererseits bin ich der Meinung, dass mein Kind dadurch keine Störung bekommt, Alpträume oder Epilepsie. Solange es nur ein paar Minuten am Tag sind in denen ich mich dafür ganz egoistisch nur mit meinem Partner über unsere Erlebnisse am Tag austauschen kann. Denn der steht seit der Geburt unserer Tochter ganz schön hinten an, aber das ist ein anderes Thema.

Wie handhabt Ihr das? Striktes TV oder Tabletverbot für Kinder?

# Abenteuer Urlaubswahl mit Kleinkind

Niemand hat sich wohl länger Zeit gelassen und getrödelt in Puncto-Ulaubsortwahl als wir. Wir haben so viel hin und her überlegt, so viel gelesen, geschaut, verglichen und wieder verworfen. So viel fast gebucht, drüber geschlafen und gecancelt. Wir sind soviel beklugscheissert und verbessert worden, mit Erfahrungen bombardiert und mit Reisewarnungen konfrontiert worden, dass wir am Ende einfach drauf gesch***en und Thailand gebucht haben. So!

Fast jeder aus dem näheren Umfeld guckt nur vorwurfsvoll, denkt sich seinen Teil, steuert ein “ Oh ehrlich? Wow mutig so mit Kleinkind“  hinzu und sagt nichts mehr. Wodurch leider auch die ehrliche Freude oder wenigstens das geheuchelte Interesse verloren geht. Keine Fragen zum „Wann?“, „Wohin genau?“, „Wie habt ihr euch das vorgestellt?“ oder „Wie lange fliegt Ihr?“ mehr kommen. Hmm…

Wieso machen sich immer alle Menschen Sorgen um ein Kleinkind in einem Flugzeug oder in einem fremden Land? Darf ich jetzt mit Kind nur noch für ein paar Tage zur Ostsee fahren um mich zu erholen? Darf man nicht in ein Land fahren dessen Kultur einen interessiert oder um dort schöne Erinnerungen zu sammeln? Überlebt das Kind es nicht, mal zwei Wochen einen verschobenen Rhythmus zu haben oder mal ausser der Reihe am Strand Mittag zu essen oder TV zu schauen im Flieger? Und was wird nur sein, wenn der Mittagschlaf ins Wasser fällt?

Ich selbst mache mir auch Gedanken um den Flug und wie alles kommen wird, allerdings hat es uns um ehrlich zu sein trotzdem nicht abgehalten diesen Thailand-Urlaub zu buchen. Die ganze Zeit des Zweifels war nur geprägt durch andere Leute, deren Meinung mir wichtig war. Ich wollte diesen Diskussionen aus dem Weg gehen und habe versucht es allen Recht zu machen.

Wir wollten schon viel teurere Urlaube buchen um einen gewissen Standard für Mara zu haben, wollten Aida fahren wegen des Ärzteteams an Bord und wir wollten auch „nur“ nach Gran Canaria fliegen um ihr diese lange Flugreise nicht anzutun.

Aber ganz ehrlich, andere Familien schaffen das doch auch. Wieso wir nicht? Organisation und gute Vorbereitung ist alles. Wenn man das gut plant, etwas voraus und um die Ecke denkt, wird es schon alles werden. Lieber zuviel als zuwenig einpacken ist immer eine gute Devise und den Rest werden wir schon schaukeln, ob 3 Stunden im Flieger oder 12 Stunden rumgebracht werden müssen – man kann das schaffen. Und Thailand liegt ja auch nicht hinter dem Mond. Man kann dort sicher auch einen Quetschie oder Ähnliches kaufen. Und wenn es Quetschies gibt, ist das Kind glücklich – um mehr geht es doch allen gar nicht. Ihr merkt schon, pädagogisch und bin ich ganz vorn dabei.