# Abenteuer Freizeit

Niemand kann immer und überall funktionieren. Jeder sehnt sich nach Pausen, Auszeiten und Urlaub – grade für den Kopf.
Aber was, wenn diese Pause direkt, unverhofft und auf einmal unangekündigt da ist? Was, wenn man gar nicht darauf vorbereitet ist und vor lauter Kinderentertainment und Sich-Selbst-Vernachlässigen vergessen hat wie Spontanität und Ich-Selbst-Sein geht?

Das Kind wurde pünktlich im Kindergarten abgegeben, der Haushalt wurde geschmissen, der Wochenendeinkauf ist erledigt, selbst die verhasste bis oben vollgestopfte Pfandtüte wurde pflichtbewusst weggebracht, denn heut kommt die Schwiegermutter zum Kinderhüten, weil man selbst ja auch noch irgendwann arbeiten muss. So jedenfalls der Plan.

Dann der Anruf – „Du musst heute nicht arbeiten kommen – bummel doch die Überstunden ab und mach dir ein schönes langes Wochenende!“ – ähh ja klar…

Und nun? Wohin mit dieser vielen, plötzlichen Freizeit? Was wollte man schon sooo lange machen und war bisher mit Kind im Schlepptau nicht möglich. Hmm.
Schlafen? Nein, Zeitverschwendung. Shoppen? Nein lieber sparen, der nächste Urlaub soll groß werden. Maniküre? Nein, ist ja quatsch wenn man dann auf dem Spielplatz eh wieder alles ruiniet.

Ich habe verlernt etwas Tolles mit mir selbst zu machen! Ich habe verlernt mich zu belohnen und mir was zu gönnen. Als Mami wiegt man nur noch den Kosten-Nutzen ab und wird der totale Sparfuchs und im Endeffekt rieselt die Zeit so an einem vorbei und man sitzt immer noch auf der Couch und macht gar nichts.
Aber irgendwie mag ich das heute. Irgendwie reicht es mir völlig.

Das ist auch nicht immer so. Es gibt auch Tage an denen man einfach raus will, weg will und mal wieder die Welt aus den Angeln heben. Manchmal fragt man sich, wie es früher passieren konnte, dass man den ganzen Tag im Bett lag und einfach nur unproduktiv war. Wie konnte einen das ausfüllen?

Aber heute ist nicht so ein Tag. Heute mag ich es, mir bei diesem stürmischen Regenwetter den 4. Kaffee vor 12 Uhr Mittags zu machen. Ich mag es einfach nur eingekuschelt mein Buch zu lesen und froh zu sein, dass ich nicht raus muss zur Kita oder zum Spielplatz. Und ich mag es, dass meine Wünsche die ich immer habe, die Dinge die ich mir immer vornehme wenn ich mal Kinderlos bin, einfach bleiben wo sie sind und ich Ihnen ab morgen – mit Kind – wieder hinterher träumen kann.

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# Abenteuer Kita-Streik

Niemand gibt sich gern still mit dem zufrieden was er hat. Jeder möchte immer größer und erfolgreicher werden oder höher und weiter hinaus. Das ist alles menschlich und völlig verständlich. Stillstand ist der Tod. Niemand möchte stagnieren. Schon allein der Anspruch ans eigene Ego drängt einen dazu, mehr zu wollen.

Manch Einer muss sich damit abfinden, dass es für Ihn einfach keine Fort- oder Weiterbildungen und Ähnliches gibt, der Nächste muss akzeptieren, dass in der Karrierelaufbahn einfach irgendwann Schluss ist und wieder Andere sind in der Gewerkschaft, dürfen und können streiken um weiter voran zu kommen. Zumindest finanziell. Das ist tariflich so geregelt und somit gibt es da auch nichts zu rütteln.

So weit so gut. Zum Teil versteh ich das sogar.

Wenn man sich allerdings vor Augen hält, wie viele penibel durchorganisierte Familienkonstrukte durcheinander kommen, wiederum auch die Dienstpläne der Arbeitgeber und somit auch die Freizeitplanung der Kollegen, welche für einen Elternteil übernehmen und in die Presche springen müssen, da wird einem schlecht. Aber nur so ist ein Tarif-Warn-Streik effektiv.

Druck aufbauen.

Es wurde mir für den äußersten Notfall, wenn ich also keine Kinderbetreuung finden sollte, ein Notdienst angeboten, quasi eine Sammelgruppe, die von zwei Erziehern betreut wird, welche ausnahmsweise nicht in der Gewerkschaft sind. Im Kindergarten meiner Tochter sind ca. neunzig Kinder – wie soll das denn laufen? Da geht so ein kleines Kind doch unter, zumal sie sicher eine Krise bekommt mit lauter fremden Gesichtern, die sicher leicht gestresst aussehen werden – für mich also leider keine Option.

Mir wird nur noch schlecht, wenn ich im Kindergarten höre: etwas ändert sich und ich soll bitte Verständnis haben soll – für etliche Fortbildungen, ständigen Warnstreik, immer diese Schließzeiten oder Brückentage. Seit einem halben Jahr gab es fast keine Woche in der nicht irgendetwas meine „Pläne“ durchkreuzt hat. Dazu kommt noch diese einfach nicht enden wollende Grippewelle.

Immer wieder muss man sich einen Babysitter organisieren, eine Omi muss ihren eigenen Dienstplan über den Haufen werfen oder man muss eben krank mit dem Kind zuhause bleiben…

Also in Puncto „schneller, höher, weiter“ ist bei mir nicht viel zu merken. Ist das alles? Ein normaler Job und ein Kind, das grade so mit Mühe und Not zu vereinbaren ist oder geht da noch mehr? Fragt sich das noch irgendwer außer mir?

Wie gern würde ich mal streiken für ein bisschen Mehr von Allem. Ja ja, ich weiß, dass sind die „world´s most problems“ die ich habe… Mann, Kind, Job, Familie und gesund… da kann man sich nicht beschweren – aber wieso dürfen sich die Erzieher beschweren, dass sie zu wenig Lohn bekommen. Wieso begnügt man sich nicht einfach mit dem was man hat und ist gesund und glücklich?

# Abenteuer Kinderfreundschaften

Niemand weiß wie es mal kommen wird, aber wenn sich alle Mühe geben, dann wird das eine wunderbare Freundschaft fürs Leben.

Meine Tochter Mara hat eine beste Freundin, jedenfalls reden wir Eltern es ihr ein.
Die beiden Mädels sind im Abstand von zwei Tagen geboren und „kennen“ sich seit sie zehn Wochen alt sind. Sie waren zusammen bei Krabbelgruppen, beim Pekip und beim Kinderturnen. Sie haben zusammen mit der Beikost angefangen, haben zusammen den ersten Zahn bekommen und haben sich schon ganz früh ums Spielzeug gekloppt.
Wir Mütter treffen uns mit den Kindern fast wöchentlich und geben uns beide Mühe den Kontakt zu halten. Natürlich muss man sich auch sympathisch und nett finden. Ich finde, dass es schon fast wichtiger ist, dass die Eltern sich bei solchen Kinderfreundschaften verstehen. Denn es soll ja nicht in Quälerei ausarten. Denn seien wir mal ehrlich: Die ersten paar Jahre bekommen die Kleinen zwar vielleicht  grade so noch mit, dass da jemand anderes immer wieder kommt, aber so ein richtiges Zusammenhaltsgefühl kommt erst nach den ersten Jahren. Kann es auch passieren, dass die beiden sich gar nicht leiden können?

Ich selbst finde die Vorstellung so schön, dass meine Tochter später, wenn alles gut geht, sagen kann: “ Dich kenne ich schon mein ganzes Leben – Du bist meine beste Freundin!“ – Da könnt ich gleich losheulen bei der Vorstellung. Man hat dann so ein schwesterliches Gefühl zu dieser Person, wenn man sich nicht mehr erinnern kann, jemals ohne sie gewesen zu sein. Was ist es denn bitte für eine tolle Vorstellung, dass die beiden Mädels sich später Ihre Babyfotoalben zusammen anschauen und staunen, wie lange sie schon im Leben des anderen herumgeistern. Bei so langen Freundschaften schafft es auch kein kleiner oder größerer Streit sie zu entzweien. Man hat dann, das weiß ich aus eigener Erfahrung, das Gefühl von Familie – und die bleibt, egal wie stark der Sturm war.

Es ist sicher nicht immer leicht den Kontakt zu halten. Lebensumstände ändern sich, Eltern arbeiten in Schichten, Familien ziehen um,  oder bekommen ein zweites Kind, was das ganze Zeitmanagement natürlich total aus den gewohnten Bahnen wirft, aber ich bin der Meinung, dass niemand wirklich Zeit hat, sondern sich für ihm wichtige Dinge nehmen muss. Man findet immer irgendetwas was wichtiger wäre, schneller erledigt werden müsste oder unbedingt abgearbeitet werden sollte. Trotzdem schafft man es, wenn man will, in dieser schnelllebigen Zeit seine Lieben zu besuchen. Nicht den ganzen Tag und vielleicht auch nicht wöchentlich, aber man kann sich ein zwei Stunden definitiv immer freischaufeln. Wenn man will.

Und klar, bin ich auch nicht immer motiviert, klar möchte ich oft auch lieber allein im Schlabberlook zuhause abhängen, aber diese oben beschriebene Vorstellung, dass die beiden Mädels, sich hoffentlich Ihr ganzes Leben „behalten“, die spornt mich total an, auch bei regnerischem Wetter vor die Tür zu gehen. Man hat sich auch als Eltern in kürzester Zeit schon so lieb gewonnen, dass man sich das Ganze nicht mehr ohne einander vorstellen kann. Es macht einfach Spaß sich austauschen zu können, zu sehen wie es anders oder eben ganz genauso laufen kann. Man weiß immer, man ist nicht allein und man weiß, dass wir alle die selben Probleme und Sorgen haben.

# Abenteuer Vereinbarkeit

Niemand hat es so schwer wie ich!“

Wieso denkt man das immer? Grade Mütter müssen sich immer vergleichen und haben meiner Meinung nach schon einen heimlichen Machtkampf, wer mehr im Kalender zu zu stehen hat und es trotzdem noch händeln kann. Geht es darum, endlich mal Anerkennung für die ganzen vielen Kleinigkeiten die man tagein tagaus so macht zu bekommen oder geht es drum das Ego zu pushen? Will man sich Mitleid ergattern, tröstende Worte oder glaubt man, dass es durch das weinerlich werden alles besser wird und leichter?

Man vergleicht sich als Mami ständig und als Working Mom eh. Wie oft hört man, dass es nicht leicht sei Haushalt, Kind und Job unter einen Hut zu bringen?! Überall wird von Vereinbarkeit gesprochen und geschrieben und dass es nicht möglich sei. 
Ich selbst merke, dass es wirklich schwer ist und an manchen Tagen einfach nicht zu schaffen scheint. Man verzweifelt und will alles hinwerfen, grade wenn die Großeltern einem dann noch aufzeigen, dass es früher mit 3 Kindern, zu pflegenden Eltern und einem Haus mit Hof auch machbar war. Grade dann, will man schreien, weil der Haushalt in der Dreizimmerwohnung einfach mal gar nicht auf Vordermann ist und in nächster Zeit auch nicht zu werden scheint.

Auch dem Partner gegenüber verhält man sich oft so. Man rutscht oft in einen Vergleichsmodus und diskutiert darüber, wer die wichtigeren Termine am nächsten Tag hat und wieso wer das Kind wann vom Kindergarten abholen muss oder gar zuhause bleiben sollte, weil das Kleine krank ist. Ich hab das Gefühl, dass viele Mamis immer am Limit gesehen werden möchten aber gleichzeitig Lob möchten, dass sie es trotzdem schaffen und so stark sind.

Wann kommen wir endlich an den Punkt, an dem es uns egal ist, ob jeder sieht was wir täglich leisten, an dem es uns egal ist, ob es jemand beim Namen nennt und uns in den Himmel lobt. Wann kapieren wir endlich mal, dass jeder seine eigenen persönlichen Grenzen hat, die er täglich erreicht, aber auch überwindet und noch stärker wird?

Ich bin seit meiner Tochter an so viele persönliche Grenzen geraten an denen ich dachte, dass ich das diesmal aber wirklich nicht schaffen kann. Dass es einfach nicht mehr geht und mein Akku einfach leer ist. Ich wollte alles hinwerfen, resignieren und nur noch allein sein und heulen. 
Für den Moment, habe ich das auch oft getan, aber immer wieder aufs Neue festgestellt, dass es an der Situation nichts geändert hat. Dass sich danach nichts geändert hat und ich immer noch vor dieser scheinbar unbezwingbaren Aufgabe stehe und sie lösen muss. Manchmal muss man einfach so tun als sei man stärker als man ist. Und daran wächst man. Alles ist machbar – ab und an mit Hilfe – aber es ist machbar.

Wir müssen alle, ob Mami oder nicht, einfach mutiger werden, uns mehr zutrauen und uns daran erinnern, dass auch die scheinbar stärksten Menschen an Grenzen kommen, die neu sind und die es zu überwinden gilt.

# Abenteuer Weihnachten

Niemand möchte auf die strahlenden Kinderaugen an Weihnachten und in der besinnlichen Zeit davor verzichten. Ich auch nicht. Leider ist Mara noch etwas zu klein mit Ihren 17 Monaten dafür wie ich finde.

Sie hat keine Ahnung was ein Weihnachtsmann ist. Sie weiß nicht, dass man mit einem Adventskalender die Tage sehnsüchtig herunter zählt bis es endlich die Bescherung gibt. Sie versteht auch nicht wieso da auf einmal Snacks und Schnickschnack in ihrem Stiefelchen sind. Die zerrt den mühevoll rein gestopften Quetschie raus und verschlingt ihn wie immer emotionslos und hastig.
Ich hoffe nächstes Jahr kapiert sie alles etwas besser und man kann mit ihr zusammen auf die Feiertage hin fiebern. Dann gibt es vielleicht auch einen Adventskalender. Aber dieses Jahr finde ich es absolut zu früh. Jeden Tag ein Geschenk, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, dann am Weihnachtsabend nochmal die ganze Ladung an Präsenten der Familie – nee!
Sie wird ja total überreizt, ist überfordert, wird nachher noch gierig und versteht nicht, dass das nicht normal ist.

Wie fühlt sich so ein kleines Kind, wenn es im Januar von Hundert wieder auf Null runterschrauben muss und dann erstmal Ebbe im Geschenkemeer herrscht?

Deswegen bin ich eher dafür ab und an mal was schönes kleines zu schenken und natürlich auch etwas mehr an den Feiertagen. Nächstes Jahr sieht die Welt dann schon ganz anders aus. Dann hat sie das ganze Prozedere im Kindergarten schon einmal kennengelernt, erinnert sich, erkennt Dekorationen und vielleicht Lieder wieder, die in dieser Zeit gesungen werden. Dann, mit ihren zweieinhalb Jahren werde ich auch zuhause anfangen zu schmücken, zu backen, zu basteln und zu schenken.

Rabenmutter höre ich da viele schreien – aber ich finde es momentan wirklich als Reizüberlastung. Wann habt ihr angefangen mit dem ganzen festlichen Tohuwabohu?

Es ist nun auch nicht so, dass es keinen Baum geben wird oder keinen leuchtenden Stern am Fenster. Das gibt es auch bei uns oder zumindest bei der Familie, aber eben nicht komplett alles was dazugehört. Wir nähern uns dem Weihnachtsfest in kleinen Schritten – ohne Adventskalender und Plätzchen backen. Ohne permanente Beschallung von den Klassikern aus dem feierlichen Radio.

Ich selbst erinnere mich jedenfalls, dass ich als Kind wahnsinnige Angst vor dem Weihnachtsmann hatte. Er wurde nie gesehen, er hat immer gepoltert, im Kindergarten waren es die Kindergärtnerinnen mit billiger Plastikmaske, man wurde gezwungen sich zu blamieren und musste etwas singen – ich fand das gruselig und demütigend. Das Ganze will man seinem einen Kind ersparen und deswegen lass ich es lieber herzlich aber langsam angehen und verschiebe die Hälfte auf den Zeitpunkt in dem sie es bewusst wahrnimmt und versteht.

# Abenteur Liebe

Niemand sollte mit Worten, welche die Liebe zu jemand anderen ausdrücken, sorglos und inflationär umgehen. Sagt man jemanden ständig und in jeder freien Minute wie sehr man denjenigen liebt, verliert dieses ganze magische Gefühl sehr schnell an Bedeutung.

Trotz dessen sage ich jeden Abend zum Schlafengehen am Bettchen zu meiner Tochter, dass ich sie liebe und dass ich da bin wenn etwas ist. Sie soll ein Gefühl von Geborgenheit bekommen um seelenruhig einschlafen zu können. Ist das zu viel?

Ist jeden Abend schon inflationär?

Ich glaube, wenn es um das Gefühl der Liebe geht, muss man definitiv auf seinen Bauch und sein Herz hören. Wenn man es gern sagen möchte, dann nur zu – immer raus damit. Es muss ja nicht in jeder freien Minute sein, aber man sollte in dem ganzen hektischen Alltag nicht vergessen auch mal zu stoppen, in sich zu gehen und sich dessen und denjenigen zu besinnen die man gerne hat. Dann darf man es auch laut aussprechen. Grade jetzt zur Weihnachtszeit denkt man doch viel über diese Gefühlsduselei nach. Wahrscheinlich ist es oft unangenehm oder komisch, sich so emotional nackig zu machen, jedoch bin ich der Meinung, dass Freunde und Verwandte sicher das Gleiche für einen empfinden. Nicht im romantischen Sinne, aber auf dieser „anderen“ Ebene, denn sonst würde man ja nicht so oft Zeit miteinander verbringen. Wieso darf man dann denn nicht mal sagen, dass man sich lieb hat. Ist ja schließlich so. Wir dürfen meiner Meinung nach in dieser anonymen und rastlosen Zeit gern etwas mehr Herzlichkeit an den Tag legen.

Ich selbst bin nicht so aufgewachsen. In meiner Familie war es nicht üblich sich zu sagen, dass man sich lieb hatte. Nicht an Weihnachten und nicht abends beim schlafen gehen. Man wusste und weiß es immer noch, aber es wurde nicht ausgesprochen. Sind wir schon so gefühlskalt? Ich habe das allerdings auch nicht vermisst. Ich habe mich immer geliebt und geborgen gefühlt – auch ohne diese Worte. Es gab kein „Ich liebe Dich“, „Ich hab Dich lieb“ oder “ Ich bin stolz auf Dich“. Wieso das so war, kann ich gar nicht sagen. Wahrscheinlich übernimmt man so was von den Eltern. Naja, man handhabt es eben so wie es einem selbst in der Kindheit vorgelebt wird.

Doch das kann definitiv nicht so weitergehen! Ich muss das unbedingt ganz anders aufziehen mit meiner eigenen kleinen Familie. Das klingt recht drastisch. Es soll ja auch nichts erzwungenes sein, aber es gehört schon dazu, dass meine Tochter lernt ihre Gefühle zuzulassen, einzuordnen und auch auszusprechen. Mara soll kein emotionaler Krüppel oder Eisblock werden. Genau deswegen finde ich, muss man als Elternteil erstmal in sich selbst hineinhorchen. Was möchte ich sagen? Wann möchte ich es sagen?

Und dann einfach munter drauf los. Feuer frei – habt Euch lieb.

# Abenteuer Erziehung

Niemand macht sicher alles richtig, wenn es um Erziehung geht. Jeder verstößt mal gegen Regeln, schlägt mal über die Stränge, vergreift sich im Ton oder macht den Fernseher fürs Kind an um mal in Ruhe einen Kaffee zu trinken.

Ich weiß gar nicht wer angefangen hat diesen Druck für Mütter zu erschaffen, dass man immer top- gestylt, ausgeschlafen und super lustig singend mit dem Kind auf dem Spielteppiche sitzen muss und Bausteine farblich nach Montessori zu sortieren, statt auch einfach mal dem Kind einen kurzen Trickfilm anzumachen. Klar, würde ich meine Tochter nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher parken um meine Ruhe zu haben.

Wir machen schon wirklich viel miteinander.

Wir spielen oder sie hilft mir beim kochen oder backen indem sie auf der Arbeitsfläche der Küche sitzt und die ganze Zeit sagt, dass überall Eier und Milch rein müssen. Mehr Zutaten kennt sie mit Ihren 17 Monaten noch nicht. Das ist immer sehr süß, wie sie helfen und wirklich alles umrühren möchte. Ob das nun super pädagogisch und lehrreich für die Kleine ist, weiß ich nicht, aber wir singen dabei Lieder oder ich erkläre Ihr was ich mache und lass sie alles mal anfassen und ausprobieren. Zumindest verbringen wir Zeit miteinander und das ist doch mindestens genauso viel wert wie kleine Farbkarten und Wäscheklammern farblich aneinander zu bappen. Immerhin schaffe ich so nebenbei auch noch ein bisschen Haushalt.

Das hat mir nämlich auch noch niemand verraten: Wie ich in meine 24 Stunden am Tag alles unter bekomme. Haushalt, Kind, Job, Partnerschaft, Familie und Freundschaften.
Das heißt für mich nur, dass ich einige Aktivitäten und Pflichten kombinieren muss. Kind und Haushalt spielerisch verbinden geht ganz gut. Nicht immer, aber es ist bei uns tatsächlich oft machbar. Freundschaften und Kind geht auch noch zu kombinieren, zumindest bei Freundschaften die selbst Eltern sind und somit ein bisschen mehr Verständnis für kleine Nervensägen am Esstisch haben. Was sich allerdings absolut mit nichts anderem verbinden lässt, ist der Job. Das sind sechs bis acht Stunden am Tag, in denen alles andere liegenbleibt, auf mich wartet oder hinten ansteht.

Ich möchte auch auf keinen Fall jemand sein der nur meckert. Wenn man allerdings nach einem vollgepackten Tag  – voller Job-Blabla, Kita-Elterngespräche, Impftermine und Bockanfällen auf der Straße und Essensschlachten zum Abendbrot einfach der Akku leer ist, dann mache ich tatsächlich auch ab und an Findus und Petterson für Mara an oder lasse sie mit dem Tablet oder meinem Handy rumspielen. Schande über mich! Das wollte ich nie. Nie ! Nie! Nie! Ich habe mir früher immer vorgenommen, dass mein Handy / Tablet oder Laptop tabu für Kinderhände sind. Hat super geklappt.
Andererseits bin ich der Meinung, dass mein Kind dadurch keine Störung bekommt, Alpträume oder Epilepsie. Solange es nur ein paar Minuten am Tag sind in denen ich mich dafür ganz egoistisch nur mit meinem Partner über unsere Erlebnisse am Tag austauschen kann. Denn der steht seit der Geburt unserer Tochter ganz schön hinten an, aber das ist ein anderes Thema.

Wie handhabt Ihr das? Striktes TV oder Tabletverbot für Kinder?

# Abenteuer Kinderessen

Niemand kochte besser als Mami, heisst es immer.

Meine eigene Mutter sagte immer, dass es daran liegt, dass eine Mutter mit Liebe kocht. Ist das heutztage zwischen Tür und Angel, zwischen Wäschebergen und Kindersportkursen, zwischen Partnerschaft und Kinderbespaßung wirklich so? Kochen wir Mamis mit Liebe?

Bei mir ist das echt von Maras Stimmung abhängig. Ist sie maulig, hat schlecht geschlafen oder ist einfach mal nur eine Nervensäge, gibts tatsächlich auch mal nur die eingefrorene Bolognese von vor 3 Tagen. Das muss ich ehrlich zugeben. Da habe ich gar keine Zeit, keine Muße und auch keine Hand frei um einen Kochlöffel zu schwingen. Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass sie wie wohl jedes Kind Bolognese liebt. Somit ist es auch keine Strafe und für mich an solchen Tagen echt eine Entlastung.

Meistens ist Mara aber total entspannt und hat auch Lust mir zu helfen, insofern schon möglich. Sie sitzt dann auf der Arbeitsfläche und reicht mir die Möhrchen oder Kartoffeln zum schneiden und wir singen Lieder. So macht es dann auch alles Spaß.

Wie schon herauslesbar war: Ja bei uns gibt es Fleisch fürs Kind. Das ist wohl heutzutage nicht mehr Gang und Gebe in Zeiten von Veganismus und dem ganzen Paleo-Kram.

Sie bekommt es nicht immer, es gibt auch viele Mahlzeiten ohne Fleisch. Aber wir sind nicht dagegen. Womöglich scheiden sich hier die Geister.

Ich habe mir selbst bei der Kitasuche von Leiterinnen ellenlange Vorträge anhören müssen, dass es bei denen im Haus nur Vegetarisches und höchstens mal Fisch auf den Tisch kommt. Puh, ist das aber immer der richtige Weg für die Ernährung und das Wachstum eines so kleinen Menschen?

Wie Erwachsene sich ernähren, ob LowCarb, nach Paleo, Detox oder vegan ist mir eigentlich relativ Schnuppe, zumal das in Berlin hier wirklich alles gut machbar ist aufgrund der vielen Möglichkeiten. Bei Kindern sehe ich das allerdings anders und finde, dass man dort ausgeglichen ernähren sollte.

Die Omis schimpfen immer wenn ich am Essenstisch nicht konsequent bin. Meine Tochter kostet alles und wenn es Ihr nicht schmeckt, dann muss sie es nicht essen. Ich zwinge sie nicht. Diese Zeiten sind hoffentlich vorbei, in denen man so gehandelt hat damals.

Ich bin aber auch keine Mami, die dann noch 3 weitere Alternativen anbietet. Noch ein Brot oder eine Banane? Magst Du vielleicht ein paar Kräcker oder einen Quetschi. Nein Nein, das auch nicht. Entweder gibt es das Mittagessen oder nichts. Klingt auch hart wenn ich das jetzt so lese, aber ich möchte Ihr nicht beibringen, dass Sie durch meckern etwas erreichen kann und dann alle springen.

Wie handhabt Ihr das, wenn das Kind etwas nicht essen mag?

# Abenteuer Liebster Award

  1. Der Liebster Award ist eine Blogartikelserie, in der sich Blogger gegenseitig Fragen stellen und weitere Blogs mit neuen Fragen nominieren. Das Ziel ist die Vernetzung untereinander und die Leser können so mehr über den Blogger und seine Beweggründe erfahren.
    • Verlinke die Person, die dich nominiert hat
    • Beantworte die 10 Fragen die dir gestellt wurden
    • Nominiere 5 Blogs (oder weniger), die weniger als 200 Follower haben und mach sie darauf aufmerksam, dass du sie nominiert hast
    • Erstelle 10 (eigene) Fragen für die Nominierten

 

Ich wurde von der lieben Jungrabenmutter nominiert und werde mal sehen ob ich das Ganze hier hinbekomme.
Schaut doch auch mal auf Ihrem Block vorbei, ihr werdet es nicht bereuen. Versprochen.
Hier Ihre Fragen an mich. Und los:

 

  1. Wenn Du deinem Blog 5 Tags geben müsstest, welche wären das

# Familie #Zusammenhalt #Abenteuer #Alltagswahnsinn #Berlin

     2. Deine Familienkonstellation, also z.B.: 3 Kinder, 1 Mann, 2 Goldfische.

1 Kind, 1 Mann, 1 Job, wohnen im absoluten Parkplatzchaos und ein voller Terminkalender.

     3.Was ist dein Sternzeichen? Treffen diese Eigenschaften auch  auf dich zu?

Ich bin Schütze und bin etwas hin und her gerissen. Auf der einen Seite bin ich ehrlich, optimistisch und man kann mit mir Pferde stehlen. Auf der anderen Seite bin ich nicht mutig, was man wohl über Schützen sagt und bin auch keine Pferdenärrin, ehrlicherweise habe ich Angst vor Pferden.

     4. Eine Besonderheit an Dir. Egal, welcher Art.

Ich begeistere mich sehr schnell für neue Dinge, kann mich aber genauso schnell wieder entgeistern. Ich bin sehr sprunghaft. Und! Ich mache die besten Eierkuchen der Welt. 😀

       5. Das beste Buch, das du jemals gelesen hast?

Das eine Beste? Das weiss ich nicht, aber ich mag alle Bücher von Lilly Lindner und parallel dazu lese ich auch gern die Klassiker wie Jane Eyre von Charlotte Bronte oder Anna Karenina von Tolstoi.

       6. Meer oder Berge?

Meer! Definitiv Meer! Mit allen Wellen, mit allen Muscheln mit all dem Sand der überall an der Haut klebt.

        7. Was war die beste Entscheidung deines Lebens?

Hmm, die beste Entscheidung war wohl, dass ich letztens nicht die türkise Zahnbürste genommen habe, denn die gehörte wie sich später herausstelle gar nicht mir. Puh… Leben am Limit. 😀

        8.Inwiefern hat dich das Mutter-Werden verändert?

Ich bin definitiv geduldiger geworden und keineswegs mehr egoistisch. Ich finde basteln super und steh auf Kinderlieder im Auto. Au weia… ich weiss! Reinhard Mey geb ich mir mittlerweile bei Fahrten auch ohne Baby an Bord.

         9.DIY o. Kaufen, also: Marmelade selber kochen o. kaufen? Adventskalender basteln o. kaufen?

Auf jedenfall DIY! Ein Hoch auf Pinterest. Die Frage ist immer nur, wohin mit dem ganzen gebastelten Plunder. Thihi

        10. Was glaubst du, würde dein Altes Ich zu deinem Jetzigen Ich sagen?

„Wie schön, dass du ruhiger gewoden bist.“ „Gut, dass du in deinem Kopf etwas bunte Knete aussortiert hast“ und “ Ich bin stolz auf dich, dass Du so eine tolle Mami geworden bist!“

 

Ich nominiere bitte gerne:

Mutterseelesonnig und Noch ne Muddi!

Und hier die Fragen:

  1. Was hast Du Dir früher vorgenommen, als Mutter nie zu tun?
  2. Was für eine Mutter möchtest Du gern sein/bist Du?
  3. Was war der erste Gedanke nach der Geburt Deines / Deiner Kinder?
  4. Bist du in deinem Leben angekommen?
  5. Wer inspiriert Dich?
  6. Was motiviert Dich immer weiter zu machen, auch wenn es schwer wird?
  7. Süss oder Salzig?
  8. Wie lautet Dein Lebensmotto?
  9. Wovor hast Du Angst?
  10. Was liebst Du an Dir selbst?

Na dann ran an den Speck. 😉

 

# Abenteuer Organisation

Niemand hat gesagt, dass es leicht wird.

Ich finde es oft sogar recht kompliziert und schwer alles unter einen Hut zu bekommen. Die Arbeit in Schichten, die Kita-Öffnungszeiten bis 17 Uhr und die ganze Haushaltskiste. Es gab in den letzten zwei Monaten, in denen meine Tochter jetzt im Kindergarten ist, nicht eine Woche in der einfach alles nach Plan lief. Immer wieder durchkreuzte irgendetwas unsere Pläne.

Vom spontanen krankheitsbedingten Schichtwechsel im Job über Kita-Fortbildungstage, Elternversammlungen um 16 Uhr ohne Kind, Termine beim Kinderarzt wegen der Dauerkrankheit im ersten Kindergartenjahr bis hin zum Männerschnupfen hier zuhause und somit einer Doppelbelastung in Puncto Jammern.

Oft komme ich sogar jetzt schon an eine Grenze, die ich vorher gar nicht kannte. Ich will manchmal am liebsten alles hinwerfen und nur schreien. Ich hoffe man gewöhnt sich irgendwann daran, dass jede Woche irgendetwas unvorhergesehenes passiert und man sich nochmal umstellen muss.

Früher dachte ich immer, ich sei ein spontaner Mensch und könne auch kurzfristig auf neue Situationen reagieren. Leider merke ich jetzt, dass man dieser Mensch mit kleinem Kind zuhause nicht mehr ist. Alles muss von morgens bis abends durchgeplant sein, zumindest bei mir. Sonst finde ich einfach keine Ruhe und habe den ganzen Tag dieses Gefühl vom Gehetzt sein in mir. Ich bin oft genervt davon, dass man schon wieder jemanden aus dem Freundeskreis an einem Nachmittag um Hilfe bitten muss und ihm das Kind aufs Auge drücken muss, weil man einfach arbeiten muss und die Kita unverständlicherweise um 17 Uhr schließt.

Ich mag es nicht um Hilfe zu bitten, das mochte ich noch nie. Ich hab immer gerne alles alleine geregelt, so musste man niemanden dankbar sein und schuldete niemandem was.

Leider habe ich schnell gemerkt, dass es einfach nicht mehr geht, jedenfalls nicht, wenn man nicht durchdrehen möchte. Viele Menschen helfen gern, ohne etwas dafür zu verlangen und alle sind auch groß genug um NEIN zu sagen, wenn es nicht passt. Wenn mir Hilfe angeboten wird, nehme ich sie mittlerweile auch gern an. Das hat am Anfang allerdings Überwindung gekostet und auch Nerven, da es ja schließlich ums eigene Kind ging, welches man abgibt. Das schlechte Gewissen war oft sehr präsent.

Ich meine, man macht sich ja keinen Lenz in der Zeit und gibt das Kind nicht zu Freunden, weil man sich die Nägel machen lassen will, sondern muss tatsächlich arbeiten und das wiederum kommt ja allen zu Gute.

Ab und an sitz ich dann nachmittags mit meiner Tochter auf dem Spielteppich und bin eigentlich nur damit beschäftigt die kommende Woche im Kopf zu organisieren und alles zu planen, dass ich gar nicht aufmerksam mit ihr spielen kann, dass ich ihr gegenüber unfair werde und ihr nicht die Zeit und Aufmerksamkeit geben kann, die sie verdient und auch einfordert.

Das muss auf jeden Fall besser werden, ich muss meinen Kopf mehr ordnen oder auch einfach mal abschalten. Das fällt mir noch recht schwer, der Terminkalender im Kopf ist permanent an.

Wird es besser oder nur anders?