# Abenteuer Elternzeit

Niemand hätte wirklich gedacht, dass dieser Tag kommen wird. Mein letzter Tag in der Elternzeit ist angebrochen und schon fast ist er vorbei. Das macht mich unglaublich traurig. Nicht, weil ich arbeiten muss, darauf freue ich mich tatsächlich sogar. Neue Herausforderungen, neue Gesprächsthemen und neue Kollegen zum Kennenlernen. Das wird alles aufregend und spannend werden und der Tag wird sicher wahnsinnig schnell vergehen, wie das immer so ist, wenn etwas noch nicht zur Routine geworden ist.

Ich werde diese Zeit, diese Phase und alles an Ihr jedoch vermissen. Die vielen Momente die man intensiv mit dem Kind nutzen konnte und die man so genossen hat.
Die anfängliche Zeit in der man es gar nicht fassen konnte, dass dieses kleine Wesen ab jetzt wirklich bei einem wohnt und erstmal nicht mehr weggeht, dass man jetzt umdenken muss und aufhören egoistisch zu sein. Ich konnte es einfach nicht begreifen, dass meine Tochter ein echter Mensch ist und alles in Miniaturausführung an ihr dran und wirklich funktionsfähig ist. Nach und nach hat man sich aneinander gewöhnt und sich einen Rhythmus geschaffen. Man hat sich bei Kursen angemeldet, sich ständig bei der Familie breitgemacht oder sich Ausreden ausgedacht, wieso man den Abend nicht mit Freunden weggehen kann, einfach nur um das kleine Wunder die ganze Zeit zu beobachten.
Wir waren ständig unterwegs, waren viel spazieren, haben uns mit anderen Mamis getroffen um Erfahrungen oder Ängste auszutauschen oder haben einfach nur den ganzen Tag im Schlafanzug auf der Couch verbracht, um uns von einigen Nächten in denen Mara ganz viel Liebe brauchte auszuruhen.

Viele Menschen, tatsächlich meist ohne Kinder, geben mir das Gefühl, dass ich ein Jahr eine Knaller-Urlaubs-und-Relaxzeit hätte haben müssen. Das bisschen Baby. Nichts da. Es gab nicht einen Tag an dem ich ausgeschlafen habe, es gab so viele Morgen an denen ich weinend aufgestanden bin, weil ich einfach noch liegen bleiben wollte und unglaublich müde war. Es gab so viele Momente, in denen ich laut schreien wollte, weil mal wieder nichts geklappt hatte oder nichts planbar war, weil so ein Baby ab und an echt unberechenbar sein kann. Es flossen so viele Tränen, weil man sein altes, so leichtes und unkompliziertes Leben für einen Moment wiederhaben wollte. Aber es flossen auch unglaublich viele Tränen, weil man so glücklich war, dass man es geschafft hat, dass das Baby schläft, dass es sich drehen kann, krabbeln oder alleine mit einem Löffel essen. An diesen Stolz und dieses Emotionale als Mami habe ich mich noch nicht ganz gewöhnt. Ich habe sowieso das Gefühl, super weinerlich geworden zu sein. Erst dachte ich, es würde wieder vorbeigehen, wenn man dann irgendwann nicht mehr stillt und dieses ganze Hormon-Chaos sich gelegt hat. Aber nichts da. Bei mir zumindest blieb diese Emotionalität. Das ist auch nicht so wild. Ich bin ja allgemein ein ganz neuer Mensch geworden. Geduldiger, sanfter, gütiger und verständnisvoller.

Eben eine Mami.

Danke, du tolle Elternzeit. Es war mir ein Fest, dich kennenlernen zu dürfen. Du warst ein toller Freund und Wegbegleiter. Ich werde ganz oft an Dich denken und jedem freudig davon berichten, was Du für ne coole Socke bist.

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# Abenteuer: Töpfchen-Training

Niemand muss sich unter Druck gesetzt fühlen, früh mit dem Töpfchen-Training zu beginnen. Ich möchte nur unsere Erfahrungen widergeben, denn jedes Kind ist anders.
Mara ist nun 14 Monate alt und geht seit sie 11 Monate alt ist aufs Töpfchen. Ich habe mich bewusst für ein Töpfchen und gegen einen Toilettensitz entschieden, denn da kommt sie in diesem Alter nicht allein hoch und so richtig sicher festhalten konnte sie sich damals auch noch nicht. Sie bekam deshalb ihr ganz eigenes kleines Töpfchen.
Wichtig war mir, dass ich die Auffangschale herausnehmen kann und sie nicht fest integriert ist oder es aus einem Guss ist, sodass ich es nach jedem Geschäft separat herausnehmen, ausspülen und desinfizieren kann. Somit gibt es einfach weniger Geklecker und Sauerei. Ich fand es auch gut, dass das Töpfchen einen Antirutschgummiring als Fuß hat, um etwaiges hin und her rutschen zu vermeiden, sodass eben alles sicher und fest steht. Dann haben wir noch ein paar Bücher parat gelegt…

und schon konnte der Spaß beginnen.

Wenn man zum Thema Töpfchen-Training etwas liest, stellt man schnell fest, dass alle Ratgeber sagen man solle nicht vor dem zweiten Geburtstag beginnen, da der Schließmuskel und das Gehirn bei kleineren Kindern noch nicht zusammenarbeiten oder dann das Kind sonst traumatisiert wird durch den aufgebauten Druck der Eltern. Wahrscheinlich gibt es tatsächlich solche Fälle, das will ich gar nicht ausschließen, aber warten bis das Kind selbst auf die Idee kommt, dass es anders gehen kann, war für mich keine Option. Die Windeln sind heutzutage so gut und bleiben trotz Pipi so lang trocken, da dauert es schon eine ganze Weile bis ein unangenehmes Gefühl auftritt.
Ich habe so früh angefangen, da ich seit ihrer Geburt, die Uhr nach Mara stellen konnte. Sie hat immer im gleichen Abstand und in den gleichen Situationen getrunken, geschlafen oder in die Windel gemacht. Ich habe alles bedürfnisorientiert gehandhabt bei ihr, das wollte ich immer, aber ihre Bedürfnisse waren eben immer im gleichen Abstand.

Das hat es mir leichter und planbarer gemacht.

Als sie 11 Monate alt war, selbstständig sitzen, krabbeln und an den Händen laufen konnte, dachte ich man könne es ja mal ausprobieren. Nur mal gucken wie sie reagiert, ob sie es seltsam oder angsteinflößend findet, dieses neue Ding im Bad. Ich habe es bewusst im Bad gelassen, denn dort gehört es eben hin. Oftmals habe ich gelesen, dass man das Töpfchen auch ins Wohnzimmer stellen kann. Da ist es wärmer und gemütlicher oder der TV läuft und das Kind bleibt dann fasziniert sitzen weil es abgelenkt ist. Allerdings hatte ich keine Lösung dafür, wie ich es anstellen sollte, dass Ganze auf lange Sicht wieder ins Bad zu bugsieren.

Ein Töpfchen gehört eben ins Bad.

Immer nach dem Schlafen, nach dem Essen und nachdem wir nach Hause gekommen sind vom Spielplatz habe ich Mara draufgesetzt. Wir haben was gesungen oder ein Buch angeguckt. Es ist von Anfang an immer etwas im Töpfchen gelandet. Wie gesagt, das konnte ich schon anhand der Uhrzeit sehen, dass gleich etwas kommen müsste. Umso leichter ist es natürlich. Da sie noch nicht selbstständig stehen konnte, blieb sie geduldig sitzen bis ich ihr hoch half.
Mein Gott, was habe ich sie gefeiert und gelobt als es das erste Mal geklappt hat… und das zweite Mal und auch die nächsten 100 Male noch. Sie badet in diesem Ruhm und findet es sehr toll, wenn man sie lobt. Man sieht richtig den Stolz in ihrem Gesicht etwas richtig gemacht zu haben.
Sie kann noch nicht Bescheid sagen, aber mittlerweile zappelt sie so seltsam herum und meckert etwas vor sich hin, wenn es gleich soweit ist.

Dann heißt es schnell sein.

Ich verbrauche mittlerweile an guten Tagen tatsächlich nur noch 2 Windeln. Jeweils eine tagsüber und nachts. Klar gibt es auch Tage an denen da was rein geht, ich nicht aufgepasst habe oder wir einfach den ganzen Tag draußen sind. Das ist auch gar nicht schlimm. Das ganze Prinzip wurde aber verstanden und es macht ihr auch Spaß. Insofern das ganze Spaß machen kann… Ihr wisst was ich meine.

Das Einzige was mir zu denken gibt ist der Kindergarten. Wir stecken mitten in der Eingewöhnung und gleich am ersten Tag haben wir natürlich nach deren Handhabe bezüglich des Töpfchen-Trainings gefragt und wurden nur entsetzt angeschaut. Die Erzieherin findet es sinnlos in diesem Alter, mit 14 Monaten so etwas zu trainieren, da Kinder ihrer Meinung nach nichts davon verstehen. Da frage ich mich, seit wann Kinder aufgehört haben individuell zu sein?! Sie sagte uns auch, dass das Methoden aus dem „Osten“ sind. Ja, erwischt! Ich komme aus dem ehemaligen Osten. Na whoohoo. Es ist ja schon nervig genug, dass das nach so vielen Jahren nach dem Mauerfall immer noch eine Rolle spielt, aber wenn es doch da doch geklappt hat.
Ich werde mit der Erzieherin noch einmal in einer ruhigen Minute sprechen und hoffen, dass meine Tochter bis dahin einen Unterschied erkennt, wie es zuhause und wie im Kindergarten gehandhabt wird.

Wie läuft das denn im Kindergarten, wenn man sein Kind Windelfrei erzogen hat? Habt Ihr da Erfahrungen?

# Abenteuer Babykurse

Niemand kann einem vorschreiben was man als Neu-Mami mit dem Baby unternehmen sollte, könne oder müsste. Es gibt unzählige Angebote, Kurse und Krabbelgruppen. Es gibt sie in jeglichen Formen und Farben. Veranstaltet von Familienzentren, von Gemeindehäusern, Krankenhäusern oder von der eigenen Hebamme.

Alles kann und nichts muss.

Viele Mamis schwören auf Pekip-Kurse oder Babyschwimmen und andere wiederum schimpfen. Für die einen ist zu viel Entertainment eine Überforderung fürs Kind und die anderen sagen, dass so die Motorik oder der Sozialsinn ungemein gefördert werden. Puhh… was ist nun der richtige Weg?

Ich selbst nahm an zwei Tagen in der Woche diese Angebote wahr. Montags waren wir beim Babyschwimmen und freitags beim Pekip. Das war in meinen Augen ein gutes Mittelmaß und niemand war überlastet oder überreizt. Gestartet hat der ganze Spaß als meine Tochter drei Monate alt war. Da war man gut aufeinander eingespielt, hatte schon Zeit einander kennenzulernen und auch einen Rhythmus zu entwickelt, insofern das irgend möglich war zwischen diesen ständigen Schüben.

Ich für meinen Teil muss sagen, dass wir mit dem Schwimmen echt noch locker zwei Monate hätten warten können, denn von 30min Kurslänge hat Mara mit Mühe und Not 20 Minuten durchgehalten und war danach fix und fertig. Es war zu viel, zu voll und zu warm für meinen Geschmack. 37 Grad Lufttemperatur und 28 Grad im Wasser war kein Zuckerschlecken. Fühlt sich leider nicht nach Urlaub an. Ich fühlte nur den Drang durchzuhalten. Am Ende der zehn Kurseinheiten hat man gemerkt, dass meine Tochter immer fitter geworden ist und besser durchgehalten hat. Ohne schlafen auf dem Hin- und Rückweg ging allerdings trotzdem nichts. Hat sie nun aber ein besseres Körpergefühl? Ich kann es nicht sagen. Ein bisschen im Wasser hin und her geschaukelt und mal raushüpfen lassen… das soll´s bringen? Wahrscheinlich hätte es auch gereicht ein paar Mal ganz entspannt mit Freunden ins Schwimmbad zu gehen um den Kindern auch Wasser näher zu bringen.

Pekip ist allerdings eine feine Sache.

Das haben wir tatsächlich fast die ganze Elternzeit durchgezogen. Zum einen, weil es fürs Kind ganz toll war andere Kinder zu sehen, das neue Spielzeug zu erkunden und dieses permanente Geträller kam nerviger Weise auch klasse an. Zum anderen kam es mir als Mami auch zu Gute. Man lernt Mütter aus der Umgebung kennen mit gleichaltrigen Kindern, mit den gleichen Problemen, aber anderen zum Teil besseren Lösungsvorschlägen und natürlich gibt’s dort auch die Fachkraft und Leiterin, die den Mamis immer gute Tipps gibt, wie man etwas fördern kann, anderen Dingen entgegenwirken kann oder einfach Erfahrungen weitergibt.
Ich habe viele tolle Ideen bekommen, was man spielen kann, singen kann oder lieber nicht kaufen sollte.
In unserem Fall ging das Ganze pro Tag eineinhalb Stunden und in dieser Zeit sind die Babys sind nackelig solange sie noch nicht krabbeln können und genießen sichtlich dieses windelfreie Gefühl. Mir kam es so vor, als hätten sie es dadurch etwas leichter sich zu drehen oder mal in den Vierfüßlerstand zu kommen. Die Windel zwickt und drückt dann eben nicht. Ach ja, Baby müsste man sein.

Was habt Ihr für Erfahrungen bei dem allumfassenden Kursangebot heutzutage gemacht? Findet Ihr das Ganze sinnvoll oder kann man das auch sein lassen?

# Abenteuer: Einschlafen

Niemand mag es abends alleine in einem viel zu großen Raum, in einem viel zu großen Bett einzuschlafen. Und so mag es meine Tochter eben auch nicht. Ich stehe jeden Abend bei ihr am Bett, halte Händchen und streichle ihren Kopf bis sie schläft. Das sind tatsächlich meist nur um die 10 Minuten. An manchen Tagen ist sie so KO, dass noch nicht einmal die Spieluhr abgelaufen ist und sie schon schläft. Aber alleine einschlafen kann sie nicht. Oder möchte sie nicht. Und ich möchte es auch nicht. Es gibt ja immer viele tolle Ratschläge, Lektüre und Klugscheisser, die einem erklären wie es ganz toll klappen kann ohne dass ich dabei sein muss.

Schreien lassen oder in regelmäßigen Abständen wieder ins Zimmer gehen und beruhigen… Aber dieses Schreien in den Einschlafmomenten ist ja kein Trotz oder Meckern. Es ist Angst. Als Mutter, das hätte ich früher auch nicht gedacht, hört man da ganz ehrlich einen Unterschied in der Stimme des Kindes. Meine Tochter hat Angst und braucht den Schutz, die Geborgenheit und die Nähe. Wieso sollte man sie ihr verweigern? Nur um etwas früher vor dem Fernseher, am Nähtisch oder beim Partner sein zu können?
Ich finde, dass es für mich auch ein schöner Moment ist am Bettchen zu stehen und Ihr die Nähe zu geben die sie braucht. Dieses Gefühl, dass man gebraucht wird und auch für mich in diesem Moment eine Art Cut zu machen und dann „meinen“ Abend zu starten. Das soll jetzt gar nicht seltsam rüberkommen, ich hoffe Ihr versteht das, aber manchmal bin ich echt froh, nach einem stressigen Tag, dass meine Tochter schläft und ich auch mal durchatmen kann.

Ich muss Mara dieses Ritual gar nicht abgewöhnen. Sie muss sich nicht wie eine Erwachsene verhalten und alles schon jetzt alleine können, nur weil die Gesellschaft das wohl so erwartet. Ich erwarte es nicht. Sie darf auf Hilfe angewiesen sein. Irgendwann, da bin ich sicher, braucht sie das Ganze auch nicht mehr. Aber würde ich sie jetzt einfach schreien lassen, hätte ich Angst, dass ich dadurch Vertrauen zerstöre und Trennungsängste schüre. Zudem würde es mir wohl das Herz zerreißen, da vor der Tür zu stehen und dieses Weinen zu hören.

Wenn sie krank ist, oder schlecht träumt darf sie auch bei uns im Bett schlafen. Da gibt’s ja auch geteilte Meinungen wie gut das fürs Kind ist – da scheiden sich die Geister und jeder darf das wirklich selbst entscheiden. Bei uns kommt es nicht oft vor, denn wenn Mara zwischen uns liegt, bin ich gefühlt die halbe Nacht wach. Sie dreht sich wie ein Propeller durchs Bett. Ich habe ständig Knie am Kopf oder Ellenbogen in den Rippen. Da sie aber ihr Bett, welches im gleichen Zimmer steht, total mag und dort auch mittlerweile super drin durchschläft, holen wir sie wirklich nur bei Krankheit oder morgens zum kuscheln zu uns.

Klar gibt es auch Abende an denen ich es verfluche, gebeugt und schon hungrig am Bett stehen zu müssen. Grade dann, wenn sie nicht schlafen kann. Grade dann, wenn die Eingewöhnung im Kindergarten sie wohl so aufgewühlt hat, dass sie keine Ruhe findet. Und grade dann, wenn ich vielleicht mal beschlossen habe, dass ich mit meinen Freundinnen abends was essen zu gehen. Aber so ist es eben. Manchmal glaube ich, dass meine Tochter es schon ganz genau merkt, ob ich Zeitdruck habe oder ganz relaxed bei Ihr stehe und alle Zeit der Welt habe. Ab und an hält sie meine Hand so fest, als wollte sie sagen, dass man auf gar keinen Fall gehen darf. Deswegen versuche ich entspannt zu bleiben und alles andere drum herum von Anfang an umzuorganisieren, dass wir diesen Moment zusammen haben.

# Das neue Hobby: Kind

Niemand hat wohl so ein zeitintensives Hobby wie Eltern.
Das ganze Spektakel bahnt sich schon mit dem positiven Schwangerschaftstest an. Man recherchiert und liest nach, welche Schritte müssen als Nächstes beachtet werden, welche Musik muss ich sofort auf den Bauch schallen lassen und welche Gelder müssen schon jetzt beantragt werden.
Das Ganze zieht sich durch die gesamte Schwangerschaft. Es werden Apps installiert, welche Mami regelmäßig Updates zu Größe und Gewicht geben sollen. Es werden Zeitschriften abonniert von und für Eltern. Von Woche zu Woche und von Monat zu Monat wird mitgefiebert, gekauft, anderes verkauft und über nichts Anderes mehr nachgedacht. Alle anderen Hobbies werden erstmal auf Eis gelegt, denn schließlich muss die werdende Mami ja erstmal das ganze Internet durchlesen. Das bedarf einer Menge Zeit und vor allem einer Menge Nerven – bei dem ganzen Schund den man zu dem Thema zu lesen bekommt. Aber was soll´s? Man will ja perfekt vorbereitet sein.

Verwandte und Freunde fiebern auch wie wild mit – jedenfalls beim ersten Kind noch – und so wird auch hier nur übers Ungeborene gesprochen. Ob man will oder nicht befindet man sich in einer Abwärtsspirale. Zumindest wenn es um die Vielfalt der möglichen Gesprächsthemen geht. Man kann in dieser Zeit immer von etlichen weltpolitischen Themen gekonnt und unauffällig wieder zum wirklichen Problem der Größe des Wunsch-Kinderwagens und der leider nur vorhandenen Größe des eigenen PKW – Kofferraums lenken.
Die meisten Bekannten bemerken es allemal und sind wohl nur so höflich und lassen einen machen. Man ist ja nicht man selbst…

…die Hormone und so!

Dieses neu errungene und unglaublich zeitintensive neue Hobby wird dann, ob man will oder nicht irgendwann geboren und dann geht der Spaß erst richtig los.
Man wird Fan von Family-Vlogs, stöbert Familienblogs durch, richtet seine Favoritenleiste neu ein indem man jegliche Preisvergleichsseite, jeden Spielzeugtest und die ortsansässigen Kitas (Alle übrigen schon seit Monaten angeschrieben) dort speichert.
Mittlerweile sind vor allem die Nicht-Eltern auf 180, wenn sie noch einmal über Muttermilchstuhl oder wunde Brustwarzen reden müssen.
Die eigene gute alte und sonst oft genutzte Nähmaschine staubt weiter in der Ecke zu, diese süßen Püppchen hat man auch schon seit 10 Monaten nicht mehr gehäkelt und vom Fitness wollen wir gar nicht erst sprechen. Man hat ja aber nun mal auch nichts Anderes zu erzählen, man erlebt zurzeit einfach nicht viel Aufregendes.
Pekip-Kurse, Babyschwimmen und neue Spazierrouten finden und erkunden werden zu den neuen Zeitfressern.

Ich habe mich lange gefragt, wann das Ganze sich wieder normalisiert!?

Diese Erkenntnis war der erste Schritt zur Besserung! Nach und nach hat man tatsächlich wieder Augen und Ohren für die Probleme der Welt, stolpert auch mal auf andere Blogs über Trends und Angesagtes oder konnte mal wieder die ersten 5 Seiten eines tollen Buchs lesen. Kleine Schritte. Langsam wieder Frau werden.
Man liest dann wohlmöglich  auch nicht mehr jede Produktrezession oder ärgert sich nicht mehr so oft über diese 20 Knöpfe an Kinderschlafanzügen. Somit ist auch wieder etwas mehr Zeit um einfach mal die ganzen, hoffentlich noch da gebliebenen Freunde und Verwandten zu fragen wie es Ihnen denn inzwischen so geht und einen Kaffee auszugeben. Denn irgendwann wird man doch wieder man selbst – ganz langsam.

# Besserwisser-Mamis

Niemand muss mir erzählen wie ich mein Kind zu erziehen habe, wann ich konsequenter sein muss oder warum es klar ist, dass es an manchen Tagen einfach drunter und drüber geht. Kennt Ihr diese Mütter, die auf alles eine Antwort wissen und diese auch noch besser ist als Eure Art und Weise es bisher war? „Setz dem Kind immer eine Mütze in der Sonne auf!“, „Du lässt Dein Kind mit einem Jahr am Eis schlecken?“ oder “ 9 Stunden geht Dein Kind in den Kindergarten, dann braucht man sich auch gar keine Kinder anschaffen!“ Und das sind nur die harmlosen Debatten die man so tagein tagaus führen muss. Ich atme dann tief durch und versuche es mit Humor zu nehmen, aber innerlich koche ich schon vor Wut. Am liebsten würde ich einen Tag mal bei den Besserwisser-Mamis Mäuschen spielen umzusehen, dass ganz sicher alles mehr Schein als Sein ist. Der Haushalt bleibt nun mal manchmal liegen, die Wäsche hängt auch mal einen Tag länger auf der Leine als nötig, das Kind bekommt beim Einkaufen eben mal was zu naschen in die Hand gedrückt, dass es den Schnabel hält und ich mich konzentrieren kann was ich alles brauche um die nächsten Tage zu überleben. Das geht uns allen so und wir können das auch gern zugeben, denn es ist nicht schlimm. Das ist doch normal im alltäglichen Familienwahnsinn. Wenn es dann aber noch ums Thema Frau sein geht, da klink ich mich aus allen Diskussionen ganz unhöflich aus. Jeder darf bitte selbst entscheiden wie oft er das Kind zur Omi oder dem Papa gibt um zum Friseur zu gehen oder sich die Nägel machen zu lassen. Jede Mami braucht eben in einem anderen Turnus diese sogenannte Me-Time. Manche Mamis verzichten öfter drauf und entspannen einfach beim Spielen mit den Kleinen und wieder andere brauchen das ganze Programm alle paar Tage. Es ist beides völlig in Ordnung. Es ist doch anmaßend sich herauszunehmen darüber zu urteilen, wer wann wie oft ohne Kind sein darf und vor allem ob man diese Zeit genießen darf. Man ist doch keine schlechte Mami, wenn man die Zeit ohne Kind genießt, mal durchatmet und neue Kräfte sammelt, um danach wieder entspannt und fröhlich für die Kleinen da zu sein. Die ganze Familie ist so viel entspannter wenn Mami locker drauf ist. Wieso müssen manche Mütter das verurteilen? Nehmen diese sich nie die Zeit für sich heraus oder entspannen die dann schon beim Beladen der Waschmaschine oder beim Ausräumen des Geschirrspülers? Es ist grandios, wenn das so klappt, dann brauche ich Tipps wie ich diese ganzen alltäglichen Dinge meditativer gestalten kann. Immer her damit! Im Endeffekt wünsche ich mir einfach mehr Empathie, Verständnis und manchmal auch einfach Schweigen von anderen Müttern. Denn wenn man nichts Nettes oder Aufbauendes zu sagen hat, sollte man eben einfach nichts sagen. So ist allen geholfen und das ganze Eltern sein viel entspannter, mit weniger Druck und vor allem kostet es uns weniger Nerven.
Ich muss zugeben, dass ich mich auch ab und an dabei erwische, wie ich innerlich denke, dass ich auf dem Spielplatz beim kabbeln oder Sand schmeißen beispielsweise anders gehandelt hätte oder beim Klassiker: Dem Bock im Supermarkt. Aber wir sind alle nur Menschen und wir Mamis geben alle jeden Tag unser Bestes, daran sollten wir immer denken. Wir haben alle harte Tage oder Nächte hinter uns, also lächeln wir die Mutter auf dem Spielplatz oder im Supermarkt doch einfach mitfühlend und verständnisvoll an und schon ist auch sie wieder etwas ruhiger und relaxter. Es kann so einfach sein liebe Mamis.