# Abenteuer Vereinbarkeit

Niemand hat es so schwer wie ich!“

Wieso denkt man das immer? Grade Mütter müssen sich immer vergleichen und haben meiner Meinung nach schon einen heimlichen Machtkampf, wer mehr im Kalender zu zu stehen hat und es trotzdem noch händeln kann. Geht es darum, endlich mal Anerkennung für die ganzen vielen Kleinigkeiten die man tagein tagaus so macht zu bekommen oder geht es drum das Ego zu pushen? Will man sich Mitleid ergattern, tröstende Worte oder glaubt man, dass es durch das weinerlich werden alles besser wird und leichter?

Man vergleicht sich als Mami ständig und als Working Mom eh. Wie oft hört man, dass es nicht leicht sei Haushalt, Kind und Job unter einen Hut zu bringen?! Überall wird von Vereinbarkeit gesprochen und geschrieben und dass es nicht möglich sei. 
Ich selbst merke, dass es wirklich schwer ist und an manchen Tagen einfach nicht zu schaffen scheint. Man verzweifelt und will alles hinwerfen, grade wenn die Großeltern einem dann noch aufzeigen, dass es früher mit 3 Kindern, zu pflegenden Eltern und einem Haus mit Hof auch machbar war. Grade dann, will man schreien, weil der Haushalt in der Dreizimmerwohnung einfach mal gar nicht auf Vordermann ist und in nächster Zeit auch nicht zu werden scheint.

Auch dem Partner gegenüber verhält man sich oft so. Man rutscht oft in einen Vergleichsmodus und diskutiert darüber, wer die wichtigeren Termine am nächsten Tag hat und wieso wer das Kind wann vom Kindergarten abholen muss oder gar zuhause bleiben sollte, weil das Kleine krank ist. Ich hab das Gefühl, dass viele Mamis immer am Limit gesehen werden möchten aber gleichzeitig Lob möchten, dass sie es trotzdem schaffen und so stark sind.

Wann kommen wir endlich an den Punkt, an dem es uns egal ist, ob jeder sieht was wir täglich leisten, an dem es uns egal ist, ob es jemand beim Namen nennt und uns in den Himmel lobt. Wann kapieren wir endlich mal, dass jeder seine eigenen persönlichen Grenzen hat, die er täglich erreicht, aber auch überwindet und noch stärker wird?

Ich bin seit meiner Tochter an so viele persönliche Grenzen geraten an denen ich dachte, dass ich das diesmal aber wirklich nicht schaffen kann. Dass es einfach nicht mehr geht und mein Akku einfach leer ist. Ich wollte alles hinwerfen, resignieren und nur noch allein sein und heulen. 
Für den Moment, habe ich das auch oft getan, aber immer wieder aufs Neue festgestellt, dass es an der Situation nichts geändert hat. Dass sich danach nichts geändert hat und ich immer noch vor dieser scheinbar unbezwingbaren Aufgabe stehe und sie lösen muss. Manchmal muss man einfach so tun als sei man stärker als man ist. Und daran wächst man. Alles ist machbar – ab und an mit Hilfe – aber es ist machbar.

Wir müssen alle, ob Mami oder nicht, einfach mutiger werden, uns mehr zutrauen und uns daran erinnern, dass auch die scheinbar stärksten Menschen an Grenzen kommen, die neu sind und die es zu überwinden gilt.

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# Das neue Hobby: Kind

Niemand hat wohl so ein zeitintensives Hobby wie Eltern.
Das ganze Spektakel bahnt sich schon mit dem positiven Schwangerschaftstest an. Man recherchiert und liest nach, welche Schritte müssen als Nächstes beachtet werden, welche Musik muss ich sofort auf den Bauch schallen lassen und welche Gelder müssen schon jetzt beantragt werden.
Das Ganze zieht sich durch die gesamte Schwangerschaft. Es werden Apps installiert, welche Mami regelmäßig Updates zu Größe und Gewicht geben sollen. Es werden Zeitschriften abonniert von und für Eltern. Von Woche zu Woche und von Monat zu Monat wird mitgefiebert, gekauft, anderes verkauft und über nichts Anderes mehr nachgedacht. Alle anderen Hobbies werden erstmal auf Eis gelegt, denn schließlich muss die werdende Mami ja erstmal das ganze Internet durchlesen. Das bedarf einer Menge Zeit und vor allem einer Menge Nerven – bei dem ganzen Schund den man zu dem Thema zu lesen bekommt. Aber was soll´s? Man will ja perfekt vorbereitet sein.

Verwandte und Freunde fiebern auch wie wild mit – jedenfalls beim ersten Kind noch – und so wird auch hier nur übers Ungeborene gesprochen. Ob man will oder nicht befindet man sich in einer Abwärtsspirale. Zumindest wenn es um die Vielfalt der möglichen Gesprächsthemen geht. Man kann in dieser Zeit immer von etlichen weltpolitischen Themen gekonnt und unauffällig wieder zum wirklichen Problem der Größe des Wunsch-Kinderwagens und der leider nur vorhandenen Größe des eigenen PKW – Kofferraums lenken.
Die meisten Bekannten bemerken es allemal und sind wohl nur so höflich und lassen einen machen. Man ist ja nicht man selbst…

…die Hormone und so!

Dieses neu errungene und unglaublich zeitintensive neue Hobby wird dann, ob man will oder nicht irgendwann geboren und dann geht der Spaß erst richtig los.
Man wird Fan von Family-Vlogs, stöbert Familienblogs durch, richtet seine Favoritenleiste neu ein indem man jegliche Preisvergleichsseite, jeden Spielzeugtest und die ortsansässigen Kitas (Alle übrigen schon seit Monaten angeschrieben) dort speichert.
Mittlerweile sind vor allem die Nicht-Eltern auf 180, wenn sie noch einmal über Muttermilchstuhl oder wunde Brustwarzen reden müssen.
Die eigene gute alte und sonst oft genutzte Nähmaschine staubt weiter in der Ecke zu, diese süßen Püppchen hat man auch schon seit 10 Monaten nicht mehr gehäkelt und vom Fitness wollen wir gar nicht erst sprechen. Man hat ja aber nun mal auch nichts Anderes zu erzählen, man erlebt zurzeit einfach nicht viel Aufregendes.
Pekip-Kurse, Babyschwimmen und neue Spazierrouten finden und erkunden werden zu den neuen Zeitfressern.

Ich habe mich lange gefragt, wann das Ganze sich wieder normalisiert!?

Diese Erkenntnis war der erste Schritt zur Besserung! Nach und nach hat man tatsächlich wieder Augen und Ohren für die Probleme der Welt, stolpert auch mal auf andere Blogs über Trends und Angesagtes oder konnte mal wieder die ersten 5 Seiten eines tollen Buchs lesen. Kleine Schritte. Langsam wieder Frau werden.
Man liest dann wohlmöglich  auch nicht mehr jede Produktrezession oder ärgert sich nicht mehr so oft über diese 20 Knöpfe an Kinderschlafanzügen. Somit ist auch wieder etwas mehr Zeit um einfach mal die ganzen, hoffentlich noch da gebliebenen Freunde und Verwandten zu fragen wie es Ihnen denn inzwischen so geht und einen Kaffee auszugeben. Denn irgendwann wird man doch wieder man selbst – ganz langsam.

# Besserwisser-Mamis

Niemand muss mir erzählen wie ich mein Kind zu erziehen habe, wann ich konsequenter sein muss oder warum es klar ist, dass es an manchen Tagen einfach drunter und drüber geht. Kennt Ihr diese Mütter, die auf alles eine Antwort wissen und diese auch noch besser ist als Eure Art und Weise es bisher war? „Setz dem Kind immer eine Mütze in der Sonne auf!“, „Du lässt Dein Kind mit einem Jahr am Eis schlecken?“ oder “ 9 Stunden geht Dein Kind in den Kindergarten, dann braucht man sich auch gar keine Kinder anschaffen!“ Und das sind nur die harmlosen Debatten die man so tagein tagaus führen muss. Ich atme dann tief durch und versuche es mit Humor zu nehmen, aber innerlich koche ich schon vor Wut. Am liebsten würde ich einen Tag mal bei den Besserwisser-Mamis Mäuschen spielen umzusehen, dass ganz sicher alles mehr Schein als Sein ist. Der Haushalt bleibt nun mal manchmal liegen, die Wäsche hängt auch mal einen Tag länger auf der Leine als nötig, das Kind bekommt beim Einkaufen eben mal was zu naschen in die Hand gedrückt, dass es den Schnabel hält und ich mich konzentrieren kann was ich alles brauche um die nächsten Tage zu überleben. Das geht uns allen so und wir können das auch gern zugeben, denn es ist nicht schlimm. Das ist doch normal im alltäglichen Familienwahnsinn. Wenn es dann aber noch ums Thema Frau sein geht, da klink ich mich aus allen Diskussionen ganz unhöflich aus. Jeder darf bitte selbst entscheiden wie oft er das Kind zur Omi oder dem Papa gibt um zum Friseur zu gehen oder sich die Nägel machen zu lassen. Jede Mami braucht eben in einem anderen Turnus diese sogenannte Me-Time. Manche Mamis verzichten öfter drauf und entspannen einfach beim Spielen mit den Kleinen und wieder andere brauchen das ganze Programm alle paar Tage. Es ist beides völlig in Ordnung. Es ist doch anmaßend sich herauszunehmen darüber zu urteilen, wer wann wie oft ohne Kind sein darf und vor allem ob man diese Zeit genießen darf. Man ist doch keine schlechte Mami, wenn man die Zeit ohne Kind genießt, mal durchatmet und neue Kräfte sammelt, um danach wieder entspannt und fröhlich für die Kleinen da zu sein. Die ganze Familie ist so viel entspannter wenn Mami locker drauf ist. Wieso müssen manche Mütter das verurteilen? Nehmen diese sich nie die Zeit für sich heraus oder entspannen die dann schon beim Beladen der Waschmaschine oder beim Ausräumen des Geschirrspülers? Es ist grandios, wenn das so klappt, dann brauche ich Tipps wie ich diese ganzen alltäglichen Dinge meditativer gestalten kann. Immer her damit! Im Endeffekt wünsche ich mir einfach mehr Empathie, Verständnis und manchmal auch einfach Schweigen von anderen Müttern. Denn wenn man nichts Nettes oder Aufbauendes zu sagen hat, sollte man eben einfach nichts sagen. So ist allen geholfen und das ganze Eltern sein viel entspannter, mit weniger Druck und vor allem kostet es uns weniger Nerven.
Ich muss zugeben, dass ich mich auch ab und an dabei erwische, wie ich innerlich denke, dass ich auf dem Spielplatz beim kabbeln oder Sand schmeißen beispielsweise anders gehandelt hätte oder beim Klassiker: Dem Bock im Supermarkt. Aber wir sind alle nur Menschen und wir Mamis geben alle jeden Tag unser Bestes, daran sollten wir immer denken. Wir haben alle harte Tage oder Nächte hinter uns, also lächeln wir die Mutter auf dem Spielplatz oder im Supermarkt doch einfach mitfühlend und verständnisvoll an und schon ist auch sie wieder etwas ruhiger und relaxter. Es kann so einfach sein liebe Mamis.