# Abenteuer Geburtstag

Niemand kuschelt wohl lieber als ich. Vor allem am Geburtstag und vor allem mit der eigenen Tochter. Wenn der Grund des Kuschelns allerdings ein fieberndes Kind ist, macht das Ganze schon nur noch halb so viel Spaß.
So ein Geburtstag ist ab einem bestimmten Alter sowieso nicht mehr so spaßig und wenn man dann kein fröhliches, mitfeierndes Kind hat, ist es umso trauriger.

Das Gute ist, dass man sich meistens eh frei genommen hat um am Ehrentag nicht auf der Arbeit zu versauern, somit kommt man nicht in Diskussionen wer denn beim kranken Kind zuhause bleibt, welches Elternteil die wichtigeren Termine hat oder ob das Kind in die Kita muss. Das Geburtstagskind muss sich selbst zurückstellen und zur Krankenschwester werden.
Ich finde, dass kuscheln und Bücher angucken definitiv die beste Medizin ist und somit fällt der Geburtstag auch nicht komplett ins Wasser. Man macht das Beste draus.

Es war mein erster Geburtstag an dem ich 29 wurde. Es folgen noch viele 29er Geburtstage – somit kein Grund zur Traurigkeit.
Ich bin so oder so nicht der Typ für große Partys und viele Gäste. Das war ich noch nie. Ich mag diesen Druck nicht alle Menschen dann entertainen zu müssen. Ich will nicht, dass jemand nur aus Pflichtbewusstsein zu Besuch kommt, dass ich am Geburtstag stundenlang in der Küche etwas vorbereiten muss oder die Gäste nach Hause gehen und es oll fanden. Wahrscheinlich würde es gar nicht erst so kommen, aber man weiß ja nie. In diesem Zusammenhang darf man auch niemanden erzählen, dass ich Eventmanagement gelernt habe… Fail.
Ich bin lieber nur mit der Familie zusammen oder verreise. Ich verstecke mich vor dem Älter werden und der Entertainment-Verantwortung.

Schlussendlich war ich nur kurz mit krankem Kind und der Familie indisch essen – ich liebe indisch – um danach wieder auf der Couch ablachsen zu können. Es war ein super Geburtstag. Er hätte fast nicht schöner sein können, obwohl nichts nach Plan lief. Das sind ja bekanntlich meist die tollsten Tage. Ohne Druck und ohne auf die Zeit achten zu müssen, ohne Küchendienst aber auch fast ohne Geschenke. Keine Gäste – keine Geschenke. Auch da macht man Abstriche. Wieso waren einem früher die Geschenke nur so wichtig?
Ich finde je älter man wird, besinnt man sich immer mehr auf die Menschen, klein und groß, um sich herum. Man wird weniger egoistisch, weniger materialistisch und viel dankbarer. Man wird eben alt. 

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# Abenteuer Weihnachten

Niemand möchte auf die strahlenden Kinderaugen an Weihnachten und in der besinnlichen Zeit davor verzichten. Ich auch nicht. Leider ist Mara noch etwas zu klein mit Ihren 17 Monaten dafür wie ich finde.

Sie hat keine Ahnung was ein Weihnachtsmann ist. Sie weiß nicht, dass man mit einem Adventskalender die Tage sehnsüchtig herunter zählt bis es endlich die Bescherung gibt. Sie versteht auch nicht wieso da auf einmal Snacks und Schnickschnack in ihrem Stiefelchen sind. Die zerrt den mühevoll rein gestopften Quetschie raus und verschlingt ihn wie immer emotionslos und hastig.
Ich hoffe nächstes Jahr kapiert sie alles etwas besser und man kann mit ihr zusammen auf die Feiertage hin fiebern. Dann gibt es vielleicht auch einen Adventskalender. Aber dieses Jahr finde ich es absolut zu früh. Jeden Tag ein Geschenk, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, dann am Weihnachtsabend nochmal die ganze Ladung an Präsenten der Familie – nee!
Sie wird ja total überreizt, ist überfordert, wird nachher noch gierig und versteht nicht, dass das nicht normal ist.

Wie fühlt sich so ein kleines Kind, wenn es im Januar von Hundert wieder auf Null runterschrauben muss und dann erstmal Ebbe im Geschenkemeer herrscht?

Deswegen bin ich eher dafür ab und an mal was schönes kleines zu schenken und natürlich auch etwas mehr an den Feiertagen. Nächstes Jahr sieht die Welt dann schon ganz anders aus. Dann hat sie das ganze Prozedere im Kindergarten schon einmal kennengelernt, erinnert sich, erkennt Dekorationen und vielleicht Lieder wieder, die in dieser Zeit gesungen werden. Dann, mit ihren zweieinhalb Jahren werde ich auch zuhause anfangen zu schmücken, zu backen, zu basteln und zu schenken.

Rabenmutter höre ich da viele schreien – aber ich finde es momentan wirklich als Reizüberlastung. Wann habt ihr angefangen mit dem ganzen festlichen Tohuwabohu?

Es ist nun auch nicht so, dass es keinen Baum geben wird oder keinen leuchtenden Stern am Fenster. Das gibt es auch bei uns oder zumindest bei der Familie, aber eben nicht komplett alles was dazugehört. Wir nähern uns dem Weihnachtsfest in kleinen Schritten – ohne Adventskalender und Plätzchen backen. Ohne permanente Beschallung von den Klassikern aus dem feierlichen Radio.

Ich selbst erinnere mich jedenfalls, dass ich als Kind wahnsinnige Angst vor dem Weihnachtsmann hatte. Er wurde nie gesehen, er hat immer gepoltert, im Kindergarten waren es die Kindergärtnerinnen mit billiger Plastikmaske, man wurde gezwungen sich zu blamieren und musste etwas singen – ich fand das gruselig und demütigend. Das Ganze will man seinem einen Kind ersparen und deswegen lass ich es lieber herzlich aber langsam angehen und verschiebe die Hälfte auf den Zeitpunkt in dem sie es bewusst wahrnimmt und versteht.